Zurück in Österreich

Die Übernachtung im Hof des Radgeschäfts war klasse. Es war ruhig und wir waren absolut sicher in dem Hof, weil das Hoftor ja auch verschlossen war. Wir hatten gestern den Schlüssel dafür bekommen.

Weil alles rundherum zu war, konnte man sogar auch Casper mal ohne Leine herumlaufen lassen.

Adam hatte uns gestern noch ein kleines Holztischchen und zwei Stühle in den Hof gestellt. Daran haben wir heute Morgen gefrühstückt. Während ich mit Casper spazieren ging, machte Andreas alles fertig für die Abreise.

Wir fuhren mit einem guten Gefühl los. Alle Reifen hatten Luft, nirgends gab es verdächtige Geräusche und die Sonne schien auch. Bei der Abfahrt hatten wir sogar Jacken an, denn es hatte nur 11 Grad. Aber Maren hat es ja vor ein paar Tagen super treffend formuliert:“Jacken sind was Tolles – die kann man ausziehen!“ Und das konnten wir nach ein paar Stunden auch tun. Es wurde nämlich angenehm warm, aber nicht heiß.

Wir waren beide sehr positiv gestimmt und dieses Gefühl verstäkte sich mit jedem Kilometer, den wir uns der Grenze näherten. Als wir Mittagspause machten, waren wir nur noch etwa fünf Kilometer von der Grenze weg. Dann sah Andreas auf Google, dass der Grenzübergang, den wir nehmen wollten, angebelich „vorübergehend geschlossen“ sei. Wir fragten einen Autofahrer, der in die Richtung fuhr, aber der meinte, der Übergang sei offen. Wir wollten es auf jeden Fall versuchen. Ansonsten würde es noch ein bisschen länger dauern, bis wir nach Österreich einreisen würden.

Die Spannung stieg mit jedem Meter. Endlich sah man die Grenze. Davor standen zwei junge österreichische Grenzbeamte. Sie fragten uns, woher wir kämen. Wir antworteten: „Wir waren in Arad/Rumänien und sind jetzt auf dem Heimweg nach Deutschland“. Sie schauten erstaunt und ließen uns passieren.

Jipppieh! Wir waren total happy. Ab jetzt würde es mit den Übernachtungsplätzen sicher wieder deutlich einfacher werden. Und auch schon direkt nach dem Grenzübergang wurde die Straße um Welten besser. In Ungarn war es oft ein ganz übles Geholpere. Da musste Andreas immer höllisch aufpassen, nicht in eines dieser riesigen und tiefen Schlaglöcher zu fahren. Vielleicht haben wir uns ja auch die Felge durch diese üblen Straßen geschrottet.

Auch bemerkten wir kurz vor der Grenze – aber noch in Ungarn – wie die Ortschaften deutlich anders aussahen. Man sah viele neue und schöne Häuser. Nicht diese von Rissen durchzogenen Häuser, bei denen der Putz abbröckelt, der Zaun fast umfällt und jede Menge Zeug auf dem Grundstück liegt – von Plastikabfall bis zu rostigen Autos und Bauschutt aller Art. Schon in Györ wurde das Bild deutlich besser.

Wir fuhren den ersten Ort an, der kam. Denn wir wollten, dass die Akkus für die Weiterfahrt morgen noch von der Sonne geladen werden. Morgen soll es eher bewölkt sein.

Wir stehen heute Nacht also auf dem Parkplatz des Friedhofs von Halbturn. Bei der Kapelle am anderen Ende des Friedhofs gibt es eine Toilette. Und in der Toilette haben wir eine Steckdose entdeckt. Das Kaffeekochen wird also morgen ein Kinderspiel sein. Andreas macht auch gerade mit dem Wasserkocher etwas Wasser heiß, damit das Duschwasser, das wir vom Wasserhahn auf dem Friedhof holen, angenehm temperiert ist.

Wir verbrachten den Nachmittag und frühen Abend damit, ein bisschen zu lesen, uns auszuruhen und einfach glücklich zu sein, dass heute mal wieder alles wunderbar geklappt hat. Meine Schwester hat gestern zu mir gesagt:“Ihr müsst positiv denken!“ Ich habe ihr geantwortet:“Das machen wir. Sonst hätten wir so eine Reise erst gar nicht antreten dürfen!“

Nach der „Pannen-Serie“ der vergangenen Tage, war es heute sehr schön, aufzuwachen und super zuversichtlich in den Tag zu starten.

Es wird einem wieder viel bewusster, wie toll es ist, wenn man morgens die Augen aufmacht und sagen kann:“Alles gut. Nix tut weh, nix ist weg, nix ist kaputt! Also alles super!“ Man sollte das viel mehr schätzen. Leider tut man es häufig erst wieder, wenn es mal eine Weile anders war.


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1 Kommentare zu “Zurück in Österreich”

  1. Guten Morgen ihr zwei lieben.
    Endlich wieder auf gutem Boden.Wir freuen daß fast alles soweit gut gegangen ist.Den Rest schafft ihr auch noch.Wann habt ihr denn die Ankunft 🛬 geplant?Weiterhin gute und pannenfreie Fahrt
    Grüße aus Oberachern 👍🫶👌

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