Es wird wieder heiß – was tun?

Schon kurz nach dem Aufstehen war es ziemlich warm.

Ich fühlte mich gar nicht richtig frisch, sondern schon beim Spaziergang irgendwie schlapp. Wir kamen gar nicht so richtig in die Gänge. Nicht einmal Casper hatte große Lust, zu laufen. Auch er hechelte nach kurzer Zeit, so dass wir uns lieber schnell in den Schatten verzogen.

Weil heute außer uns niemand beim Fußballplatz war, konnten wir das Gelände ein bisschen besser in Augenschein nehmen. Es bot wirklich einen erbärmlichen Anblick. Überall lag Müll und Schutt herum. Angefangen von zahllosen Zigarettenkippen, Kronkorken und leeren Getränkedosen, über kaputte Möbel, ein Kühlschrank, Scherben, Fliesen und sonstiger Bauschutt. Einzig das Fußballfeld selbst, sah einigermaßen gepflegt aus. Der Anblick stimmte mich traurig. Denn an dem Ort trainieren ja auch Kinder und Jugendliche. Der Müll, der hier überall herumliegt, wurde nicht von Kindern, sondern von Erwachsenen hierher geschmissen. Sportvereine sind ja immer auch Orte, an denen Kindern und Jugendlichen gewisse Werte vermittelt werden. Aber was vermitteln die „Vorbilder“ den Kindern, wenn es so aussieht? Und da rede ich nicht mal von dem ganzen Schutt, sondern einfach nur von den achtlos auf den Boden geschmissenen Zigarettenkippen und Kronkorken.

Den ganzen Tag musste ich immer wieder an den Film „Wall°E – der Letzte räumt die Erde auf“ denken.

Gegen Mittag verließen wir Kroatien. Jetzt sind wir in Ungarn. Die ersten Kilometer in Ungarn verlief die Grenze zu Serbien – nur durch einen Zaun und Stacheldraht getrennt – rechts neben der Straße, auf der wir fuhren.

Der Wachturm hinter dem Stacheldraht-Zaun steht auf serbischem Boden.

Im ersten ungarischen Städtchen, das auf unserer Strecke lag, machten wir Mittagspause in einem schattigen Park. Dort gab es auch kleine Trinkbrunnen, Picknick-Tische und Bänke. Außerdem waren die Wege mit einer Art Moosgummi belegt. Vielleicht waren das Joggingwege durch den Park. Jedenfalls lief es sich sehr angenehm darauf. Als dann aber ein Mann mit einm Laubbläser, sowie ein anderer mit einem riesigen Rasenmäher kam, erklärten wir die Pause für beendet und fuhren weiter.

Nachmittags zeigte das Thermometer 35 Grad Celsius an. So bald wir stehen blieben, lief einfach der Schweiß an uns herunter.

Der Feierabend kam deshalb schon sehr früh, als wir den Friedhof in Nagybaracska entdeckten. Zuerst wurde Casper ordentlich mit Wasser begossen.

In der Kanne ist Caspers „Duschwasser“

Dann machte ich micht zu Fuß auf, zum nächsten Lebensmittellädchen, um kühle Getränke zu kaufen.

Nachdem wir die getrunken hatten und unsere Lebensgeister einigermaßen zurückgekehrt waren, ging ich mit Casper spazieren. Eigentlich lasse ich ihn immer auf der Häuser-Seite und nicht auf der Straßen-Seite laufen. Aber hier erschrickt man bei jedem zweiten Haus, weil es plötzlich unter dem Spalt vom Hoftor hervorbellt. In dem Fall ist die „reizarme“ Seite wohl eher die Straße.

Als ich mit Casper vom Spaziergang zurück kam, erzählte mir Andreas, Franz sei dagewesen. Franz ist der Mann, der gegenüber wohnt und den ich gefragt hatte, ob wir beim Friedhof bis morgen früh stehen bleiben könnten. Er hielt mir sein Handy vor die Nase, damit ich die Frage eintippen konnte. Und als er die Übersetzung auf Ungarisch sah, meinte er sofort „Kein Problem!“. Jedenfalls hat uns eben dieser Mann während meines Spaziergangs Wein, Bier und Sprudelwasser *alles gekühlt) vorbeigebracht.

Wir sind in Deutschland auf diese Reise gestartet, kamen bisher durch Österreich, Slowenien, Kroatien und sind jetzt in Ungarn. Und ÜBERALL haben wir Gastfreundschaft erfahren.

Andreas und ich überlegten heute Nachmittag, wie wir die nächsten heißen Tage hinter uns bringen können. Es wird eine komplette Woche zwischen 30 und 35 Grad heiß sein.

Wir haben deshalb den Entschluss gefasst, übermorgen, wenn wir Szeged und damit etwa die Hälfte der Strecke erreicht haben, eine fünftägige Pause einzulegen. Wir haben ein bezahlbares, aber schönes Hotel gefunden, das eine Tiefgarage hat und in dem Hunde erlaubt sind. Außerdem sind die Zimmer klimatisiert.

Wir werden dann nur morgens früh und abends vor die Tür gehen und ansonsten gar nicht viel machen. Nur schlafen, lesen, faul herumliegen und genießen, dass wir nicht raus in den Glutofen müssen.

Szeged ist übrigens auch die letzte größere Stadt, bevor wir nach Rumänien, den östlichsten Teil unserer Reise kommen.

Während ich diesen letzten Satz für heute schreibe, ist übrigens kurz vor 20 Uhr und wir haben noch 32 Grad Celsius!!

Und während ich das schreibe, ist es schon dunkel draußen. Aber wir stehen unter einer Straßenlampe. So ist es nicht ganz dunkel. Das ist mir ganz recht.


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4 Kommentare zu “Es wird wieder heiß – was tun?”

  1. Liebe Ilona, ich verfolge deine informativen Berichte täglich, vielen Dank dass du das teilst. Die Pause ist vernünftig und hochverdient! Lasst es euch gut gehen und Kräfte auftanken.

  2. Hallo ihr 3,
    eure Entscheidung, ein paar Tage zu rasten bei dieser Hitze ist genau richtig. Ich hoffe, ihr habt genug Lesestoff dabei und könnt gut abschalten. Habt noch eine schöne Tour und liebe Grüße!
    Claudia, Jean und Manu🐾

  3. Hi Leute ich freue mich dass euch gut geht’s ich verfolge auch das Wetter jeden Tag und ich sehe das Wärme verfolgt euch🙈🤣aber immer besser so als kalt 🥶 und regen.Ich habe mich noch nicht entschieden wann ich los fahre von Deutschland nach Rumänien,am Mittwoch habe Termin mit Auto in Werkstatt ein Marder hat alles gefressen in Motor Raum das ich abschleppen muss bis in Werkstatt 😩momentan weiß ich auch nicht wie lange dauert die Reparatur 🤔.
    Ich wünsche euch gute Fahrt.
    Caro und Sorin

  4. Hab wieder aufgeholt und bin wieder altuell am Stand von eurer Reise 🤗 Gute und kluge Entscheidung diese Pause einzulegen. Hat ja niemand was davon wenn einer von euch einen Hitzeschlsg erleidet. Vl findet ihr irgendwo ein kleines Bächle oder einen Brunnen zur körperlichen Abkühlung 😚

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