Als ich vom Morgenspaziergang zurückkam, unterhielt sich Andreas gerade mit einem Mann. Er konnte ein bisschen Deutsch und was nicht direkt übersetzt werden konnte, lief per Übersetzungs-App. So erzählte uns Peter, dass er über vierzig Jahre lang Sportlehrer an der hiesigen Schule war. Inzwischen sei er in Rente. Er erzählte uns von seinem Sohn, der vor vielen Jahren einen schlimmen Unfall hatte und dass er sehr, sehr dankbar dafür wäre, dass sein Sohn diesen überlebt hat und noch am Leben teilnehmen kann.
Er hat sich aufrichtig gefreut und es als Glücksfall betrachtet, dass er uns heute begegnet ist. Es war schön, sich mit ihm zu unterhalten, auch wenn der größte Teil davon nur mit technischen Hilfsmitteln möglich war.

Beim ersten Stopp in einem Ort, hielt ein Mann auf einem Mofa neben uns. Er gab uns die Hand, um uns zu unserem Gefährt zu gratulieren. Dabei bemerkte ich, dass ihm zwei Finger fehlten.

Er bedeutete uns, ihm für ein paar hundert Meter zu folgen. Das taten wir auch, obwohl wir laut unserem Track eigentlich abbiegen mussten.
Er hielt neben einem riesigen geschnitzen Torbogen, den er hergestellt hatte. Er erklärte uns, dass er Tischler sei. Dieses Wort sagte er sogar auf Deutsch.




Andreas freut sich ja immer, wenn die Sonne scheint, weil wir dann keine Probleme haben, unsere Akkus voll zu bekommen. Aber als am Nachmittag das Thermometer wieder 35 Grad Celsius anzeigte, waren wir nicht mehr ganz so entzückt. Zumindest ich nicht, weil wir ja auch immer sehr aufpassen müssen, dass Casper nicht überhitzt.
Wir hielten an einem Friedhof und erfrischten uns dort am Wasserhahn.
Die Fahrt ging weiter, aber nicht lange. Die Landstraße machte eine Kurve, plötzlich hörte der Asphalt auf und die Straße ging in eine Sandpiste über, obwohl es sich immer noch um dieselbe Landstraße handelte – zumindest laut Komoot. Andreas brachte unser Fahrzeug zum Stehen und wir beratschlagten, ob wir dieser Straße trotzdem weiter folgen, oder ob wir zurückfahren sollten.
Letztendlich entschieden wir uns dafür, zurück zum letzten Ort zu fahren und von dort eine alternative Route zu wählen. Das bescherte uns eine 16 Kilometer-Verlängerung, die wir bei der Hitze nicht gebraucht hätten. Aber im Sand stecken zu bleiben – darauf hatten wir auch keine Lust.
Naja, wir steckten auch nicht die Köpfe in den Sand, sondern machten das Beste daraus. Als wir irgendwann in einem weiteren Ort ein Café entdeckten, entschädigten wir uns für die Zusatzstrecke mit Eis, Kuchen und kalten Getränken.


Am Nachmittag befuhren wir übrigens tatsächlich mal einen Radweg. Er war super breit und hatte einen wunderbaren Belag. Man konnte ganz toll dahinrollen. Nur im Bereich eines Bahnübergangs mussten wir rechtzeitig auf die Straße ausweichen, denn dort gab es natürlich wieder „Drängel-Gitter“ der übelsten Sorte. Dort hätten selbst Einzelradler ihre Mühe gehabt, hindurchzukommen.

Insgesamt fuhren wir zwanzig Kilometer auf diesem wunderbaren Weg. Irgendwann sahen wir in der Ferne, dass ein Auto rechts rangefahren war und drei Leute gerade dabei waren, aus dem Auto zu steigen. Als wir näher kamen, bedeuteten sie uns, anzuhalten. Es handelte sich um einen Mann, eine Frau und ein Kind uns wir taten ihnen den Gefallen gerne. Der Mann nahm sein Handy, um Fotos zu machen, musste aber feststellen, dass sein Akku leer war.
Es kam zu einem Wortwechsel zwischen dem Mann und der Frau, den wir so deuteten, dass die Frau ihm Vorwürfe machte, weil sein Akku leer war und er ihr Vorwürfe machte, weil sie ihr Handy gar nicht erst dabei hatte.
Andreas beschwichtigte die beiden und ich bat um das Handy des Mannes, damit wir es ein paar Minuten an unseren Akku zum Laden anschließen konnten.
Die Familie inspizierte so lange unser Gespann und als das Handy wieder ein bisschen „Saft“ hatte, konnten die Fotos gemacht werden und eine zufriedene Familie stieg in ihr Auto zurück – nicht ohne sich überschwänglich und erfreut bei uns zu verabschieden.

Und die letzte Begegnung hatten wir am Ende unserer Etappe, als wir nach genau 100 Kilometern beschlossen, in dem Ort, in den wir gerade hineinfuhren, unbedingt einen Schlafplatz zu suchen.
Wir entdeckten einen Parkplatz neben einem kleinen Laden und einer Bar. Als wir uns das genauer anschauen wollten, hielt neben uns ein Mann auf einem Moped. Er konnte weder Englisch noch Deutsch, aber die Verständigung klappte trotzdem irgendwie. Er erklärte uns, dass wir noch einen Kilometer in eine bestimmte Richtung fahren sollten. Dort befäne sich der Sportplatz und dort gäbe es auch Wasser.
So kam es, dass wir an einem richtig tollen, riesigen Platz stehen, an dem es super ruhig ist. Abends war noch ein Fußballtraining. Der Mann mit dem Moped war auch dabei. Nach Beendigung des Trainings duschten die Spieler und als alle fertig waren, durften wir auch noch duschen. Wunderbar.

Der Tag hatte sehr viel Abwechslung und auch Herausforderungen zu bieten. Aber heute Abend saßen wir mit einem guten Gefühl zusammen und konnten beide sagen: “ Alles richtig gemacht – es war insgesamt ein schöner Tag und der nächste Tag kann kommen!“
da habt ihr es richtig gemacht,mit der änderung der route,wenn ihr jetzt immer noch so warm habt,an die straßen in ungarn auf unserer donauradtour kann ich mich noch gut erinnern,in der wegbeschreibung hieß es: fahren sie die hauptstrasse….das wär bei uns als wirtschaftsweg durchgegangen.
jetzt genießt das hotel und weiterhin gute fahrt,liebe grüsse