Nachts Regen, tagsüber reichlich Energie von oben

Gestern Abend war es hinter der Schule zunächst noch ein bisschen laut, denn der Platz ist wohl auch so eine Art Treffpunkt für die Dorfjugend. Mit dem einsetzenden Regen wurde es aber schlagartig ruhig… Es regnete bis in die Nacht hinein – zuerst etwas heftiger, dann nur noch leicht.

Als morgens unser Wecker klingelte, blinzelte schon wieder die Sonne durch’s Fenster und wir suchten uns für das Frühstück ein Schattenplätzchen neben unserem Wagen aus.

Auf einmal kam der junge Mann von gestern Abend mit seiner Tochter wieder auf den Hof. Er fragte uns, ob wir gerne einen türkischen Kaffee hätten. Das Angebot nahmen wir natürlich gerne an. Als er eine Weile später mit einem Tablett wiederkam, befand sich darauf nicht nur eine Kanne Kaffee, sondern auch noch eine Flasche Wasser und ein Teller, der mit Salami, Speck und Scheibletten-Käse belegt war.

Er holte aus einem Schuppen zwei kleine Hocker und setzte sich mit seiner kleinen Tochter Dunja eine Weile zu uns.

Wir unterhielten uns eine Weile über „Urlaube am Meer“. Er erzählte, es sei für ihn teurer, in Kroatien ans Meer zu fahren als wenn er zum Beispiel in Spanien, Frankreich oder Italien den Urlaub verbringt.

Morgens vor der Abfahrt ging ich noch in den kleinen Lebensmittelladen, dessen Hinterausgang ebenfalls an den Schulhof grenzt, auf dem wir übernachtet haben. Ich kaufte Brot und vier Äpfel, die ein bisschen schrumpelig waren. Die Verkäuferin sagte auf Englisch, das seien 3. Wahl-Äpfel und zeigte auf die 1. Wahl-Äpfel daneben. Ich sagte, dass ich aber die schrumpeligen 3.-Wahl-Äpfel haben wolle.

Als sie mit ihrer Kollegin später zum Hinterausgang kam, um eine Lieferung in Empfang zu nehmen, sah sie unser Gespann.

Das hat sie wohl ziemlich verwirrt. Da kommen Deutsche Urlauber, obwohl das Meer hunderte von Kilometer entfernt ist. Sie kaufen schrumpelige Äpfel und sind auch noch mit diesem undefinierbaren Fahrrad-Teil unterwegs.

Allerdings strahlte sie mit ihrer Kollegin um die Wette, als wir vom Hof fuhren und ihnen zum Abschied zuwinkten.

Der Drau-Radweg. Solche Dinger sind der Grund, warum wir keine Radwege mehr fahren!

Auch nachmittags, als wir kurz anhalten mussten, kam ein älterer Mann auf uns zu. Vorher rief er noch schnell nach seiner Tochter und seiner Enkelin, damit sie das komische Gefährt auch anschauen konnten. Dass er sogar noch in den Wohnwagen schauen durfte, war für ihn mit Sicherheit ein Highlight des heutigen Tages.

Leere Schneckenhäuser gefunden. Die nehme ich für Marlenes Insektenhotel mit.

Heute waren wir den letzten kompletten Tag in Kroatien. Morgen im Laufe des Tages werden wir nach Ungarn kommen. Wir sind schon sehr gespannt darauf. Ungarn ist für uns beide komplettes Neuland.

Am frühen Abend sahen wir uns nach einem Übernachtungsplatz um. Wir entdeckten ein Schild, das den Weg zum Fußballfeld wies. Da gingen wir hin. Zum Glück waren auch gerade zwei Männer dort. Einer davon, Damir, ist der Präsident des Fußball-Clubs. Er erlaubte uns, hinter dem Clubhaus zu übernachten. Außerdem drückte er uns eine Flasche gekühltes Wasser in die Hand und zeigte uns, wo die Toilette und der Wasserhahn ist. Die Dusche durften wir auch benutzen.

Renovierungsbedürftig, aber funktioniert

Ich denke, hier werden wir auch eine ruhige Nacht haben. Der Fußballplatz ist am Rand des Ortes, aber da wir die Erlaubnis eingeholt haben, hier zu sein, ist das in Ordnung.

Von Gabi hat uns die Frage erreicht, wie die Temperaturen denn hier seien. Bis jetzt waren die Nächte noch ziemlich angenehm. Aber tagsüber hatten wir in den letzten Tagen auch immer um die 30 Grad Celius. In den nächsten Nächten soll die Temperatur auch bei 20 Grad liegen. Da sind wir extrem froh, unseren Ventilator zu haben. Der hat uns schon sehr gute Dienste erwiesen und wir wollten ihn absolut nicht mehr missen! Danke dafür, Ian!

Übrigens ist es hier bereits um 20 Uhr ziemlich dunkel.

Da ist jemand müde. Nur nochmal kurz raus zum Pipi machen. Dann wird geschlafen


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