Campingplatz in der Hauptsaison – nein danke!

Der Übernachtungsplatz war tatsächlich richtig klasse. Es war nachts ruhiger als erwartet. Die Schiffe, die die Schleuse passierten, hörte man kaum bzw. man konnte das leise Brummen gut ignorieren. Angenehm war auch, dass es um uns herum nicht ganz dunkel war. Auch wenn wir nachts mal raus mussten, brauchte man keine Taschenlampe.

Als ich morgens mit Casper vom Spaziergang zurück kam, unterhielt sich Andreas gerade mit einer Frau, die sich beim Vereinsheim mit Vereinskolleg*innen treffen wollte. Sie war gleich begeistert von uns und bot uns an, die Sanitärräume und die Küche zum Spülen unseres Geschirrs zu benutzen. Außerdem durften wir uns zum Frühstück ins Vereinsheim an den Tisch setzen. Die Leute waren alle super freundlich zu uns.

Unser Weg führte uns nach der Abfahrt zunächst einmal nach Linz. Dort wollten wir eigentlich unsere Wäsche in einem Waschsalon waschen und einfach währenddessen Mittagspause machen. Daraus wurde aber nichts. Der Wasschsalon befand sich auf der anderen Donau-Seite und wir hätten vier Kilometer quer durch die Stadt fahren müssen – und natürlich das Ganze auch wieder zurück.

Die Mittagspause wurde heute drei Stunden lang. Wir verbrachten sie an einem See im Schatten. Leider durften Hunde nicht ins Wasser. Eine Frau erklärte uns, das sei wegen der Haare der Hunde. Echt jetzt?? Ich ignorierte das Verbot, stellte Casper kurz ins Wasser und als er nass genug war, gingen wir beide zu unserem Fahrzeug zurück.

Wir aßen etwas, lasen und dösten. Außerdem entdeckten wir eine Dusche und einen Wasserhahn für die Badegäste. Den Wasserhahn benutzte ich, um mir die Haare zu waschen, bevor wir weiter fuhren.

Unsere Tagesetappe endete heute nach 60 Kilometern in Au an der Donau beim Tennisplatz. Wir fragten Vereinsmitglieder, ob wir auf den Parkplätzen vor dem Vereinsheim stehen dürfen. Die Antwort war „Klar – passt!“

Während ich mit Casper auf dem Spaziergang war, bereitete Andreas den Wagen für die Nacht vor, indem er die Stützen befestigte. Die Dusche musste heute nicht aufgebaut werden, denn Andreas hatte mit jemandem vom Tennisverein gesprochen und dieser hat uns erlaubt, die Duschen in den Umkleideräumen zu benutzen. Klasse!

In Au an der Donau gibt es auch einen Campingplatz – 500 Meter von unserem Übernachtungsplatz weg. Die Live-Musik von dort können wir hier beim Vereinsheim noch besser hören, als uns lieb ist. Außerdem kam ich mit Casper bei der Gassi-Runde am Campingplatz vorbei. Dort ist die Hölle los. Da müsste man mir schon viel Geld bieten, damit ich dort übernachten würde. Unsere Art der Übernachtungsplätze ist mir um Welten lieber.Sowieso an so belebten Radstrecken wie hier an der Donau.

Mir fiel ein, dass Campingplätze ja auch Waschmaschinen haben. Als ich fragte, ob man die benutzen dürfe (normalerweise muss man Jetons kaufen, oder direkt Münzen einwerfen), fragte mich der Platzwart: „Bist du hier auf dem Campingplatz?“ Ich verneinte. Darauf erwiderte er: „Nein, dann nicht. Ich bin doch hier kein Waschsalon!“

In Frankreich gibt es oft bei den Supermärkten noch Waschmaschinen. Bei uns habe ich schon welche an Tankstellen gesehen. Aber hier scheint das nicht so gängig zu sein. Naja, zur Not müssen wir eben alles einzeln mal druch’s Wasser ziehen. Denn irgendwann gehen uns die sauberen Klamotten aus. Aber bis jetzt haben wir für alles eine Lösung gefunden. Auch für die Schmutzwäsche wird sich etwas auftun.

Wir fanden, dass wir die Kriterien für die Benutzung des Bus-Streifens erfüllen…

Ein besonders schönes Erlebnis war heute noch, dass ein Radfahrer extra umkehrte und uns hinterherfuhr, weil ihm klar wurde, dass wir die Engstelle weiter vorne nicht würden passieren können. Er half Andreas, unser Gespann zu wenden, was wegen der Enge nicht ganz einfach war. Aber auch diesmal klappte es, ohne den Wagen abzukoppeln.

Anschließend fuhr der Mann ein Stück voraus, um uns auf einen besseren Weg zu bringen. Als wir eine viel befahrene Bundesstraße überqueren mussten, stellte er sich sogar an die Straße, hielt den Verkehr an, damit wir gefahrlos die Straße überqueren konnten. Unglaublich!


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1 Kommentare zu “Campingplatz in der Hauptsaison – nein danke!”

  1. Das erste Bild von dir, Ilona, und Casper ist wunderschön!
    Und morgen kommt bestimmt eine passende Waschmaschine um die Ecke und freut sich über eure Wäsche! 😘

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