
Nachts um 1:45 Uhr bellte Casper auf einmal los wie verrückt. Wir hatten am Wohnwagen die beiden Fenster und die Tür auf – nur die Fliegengitter waren davor und bei der Tür zusätzlich die Tischplatte. So ist bei der Tür die untere Hälfte zu, um Casper daran zu hindern, mitsamt Fliegengitter nach draußen zu springen, aber durch die obere Hälfte kann prima die Luft ins Wageninnere gelangen.
Als Casper plötzlich an der Tür stand und losbellte, war ich natürlich auch 2 Sekunden später zur Stelle, um zu schauen, wo denn das Problem lag. Und da sah ich gerade noch, wie ein dunkel gekleideter Mann vom Wagen wegsteuerte. Vielleicht hat er ja nur eine Nachtwanderung gemacht und wollte mal kurz in den Wagen gucken. Keine Ahnung, warum er um diese Zeit auf dem Waldweg bei der Triftsperre unterwegs war – Casper hat ihn jedenfalls verscheucht. Guter Hund!
Im Frühstücksraum der „Triftsperre“ hatten Hunde keinen Zutritt. Aber wir konnten draußen an einem Tisch des Hintereingangs frühstücken. Das war uns auch recht. So waren wir ungestört, die Leute im vollen Frühstücksraum waren es auch und wir hatten unser Gespann sogar im Blick.
Heute kam der Spaziergang erst nach dem Frühstück dran. Um 11 Uhr verließen wir Passau dann wieder und kurze Zeit danach entdeckten wir das Schild, das uns mitteilte, dass wir nun in Österreich sind.

Die Mittagspause verbrachten wir heute auf der Terrasse eines schicken Cafés bei einem Kunstmuseum. Das war richtig praktisch. Denn dort gab es WLAN, das ich für ein Telefonat nach Hause gut gebrauchen konnte.

Den ganzen Nachmittag radelten wir mehr oder weniger dicht am rechten Donau-Ufer entlang. Ich staunte immer wieder, wie breit die Donau hier schon ist. Vor einer Woche war die Donau nur ein kleines Rinnsal bei Donaueschingen.

Ein paarmal mussten wir eine Schranke passieren. Wir waren sehr gespannt, ob wir mit den ausgestellten Seitenklappen hindurch passen würden. Ein Mann, der vor uns die Schranke passierte, schaute uns zu und meinte: „Des geht sich aus!“ Ja, er hatte recht. Wir passten durch.

Obwohl wir heute erst um 11 Uhr gestartet sind, lief es entlang der Donau so gut, dass wir die heutige Etappe nach 72 Kilometern beendeten. Ich denke es ist auch erwähnenswert, dass wir bis jetzt (nach immerhin 9 Tagen) noch kein einziges Mal den Wagen abhängen mussten, um ein Wendemanöver durchzuführen. Und es gab noch keinen einzigen Platz, an dem wir nicht durchgepasst hätten. Zum einen liegt das mit Sicherheit daran, dass wir bei der Streckenplanung darauf geachtet haben, nicht mehr auf Radwege zu kommen und zum anderen daran, dass wir „Route barré“-Schilder nicht mehr ignoieren (wie wir das sonst immer taten), sondern brav den Umleitungsschildern folgen.

Andreas schaut sich jeden Tag die Wettervorhersage für unser nächstes größeres Ziel an. Ab Wien ginge es ja nach Ungarn, Rumänien, Ungarn, Kroatien, Slowenien, die Steiermark, Wien und wieder nach Hause. Nun steht im Raum, die Strecke ab Wien umgekehrt ablaufen zu lassen. In der Steiermark ist es wahrscheinlich nicht so heiß wie in Rumänien. Wenn wir die Schleife ab Wien umdrehen, kommen wir vielleicht in die heißere Gegend erst, wenn es nicht mehr so heiß dort ist. Wir haben noch ein paar Tage Zeit, das zu überlegen, aber zumindest müssen wir diese Option in Erwägung ziehen.

Unser Übernachtungsplatz ist heute direkt vor der Schleuse in Aschach an der Donau. Wir haben einen Bediensteten der Schifffahrtsaufsicht gefragt, ob wir neben einem der Gebäude unseren Wagen für die Nacht auf den Parkplatz stellen dürfen. Er meinte, das sei kein Problem.

Direkt nebenan saßen wir abends noch beim Clubhaus eines Stockbahn-Vereins. Es war da super sauber und es gab richtig bequeme Stühle. Da werden wir morgen dann auch frühstücken.

Ich bin gespannt, wie ruhig die Nacht wird, wenn 20 Schiffe die Schleuse passieren. So ruhig wie in Möding wird es jedenfalls nicht, aber da wir vom Tower der Schleuse aus bestens gesehen werden können, ist der Platz ganz bestimmt sicher. Und Piratenschiffe gibt es auf der Donau auch bestimmt nicht viele…

Wie gut, dass euer Wachhund auf Zack war!
Liebe Grüße