Während Casper und ich morgens unsere Gassi-Runde drehten, richtete Andreas das Frühstück vor dem Eingang des evangelischen Gemeindehauses, neben dem wir unseren Wagen stehen hatten. An der Hauswand neben dem Eingang befand sich nämlich eine funktionierende Steckdose, was das Erhitzen des Kaffeewassers erleichterte. Außerdem luden wir während des Frühstücks unseren Ventilator. Der darf keinesfalls wegen eines leeren Akkus nachts den Dienst quittieren!

Direkt an das Gemeindehaus angrenzend befand sich eine Sozialstation. Dort durfte ich nach dem Frühstück die Toilette benutzen. Zur Not haben wir ja eine eigene Klapp-Toilette dabei. Damit und mit unserer Akkudusche sind wir eigentlich autark. Trotzdem benutzen wir sehr gerne eine „richtige“ Toilette, eine „richtige“ Dusche und ein „richtiges“ Waschbecken, wenn wir die Möglichkeit haben.
Casper bekam heute eine Dusche im Waschbecken eines Sportplatzes verpasst. Das Waschbecken ist eigentlich dazu da, die Fußballschuhe der Spieler zu säubern. Heute wurde sie als Hundebadewanne benutzt.

Für den Nachmittag war heute eigentlich Regen angekündigt, der durchaus stark ausfallen könnte. Während der zweistündigen Mittagspause konnten wir zuschauen, wie immer mehr dunkle Wolken aufzogen und der Wind wurde auch stärker. Schnell packten wir zusammen, um für den Fall eines Starkregens einen geschützten Ort zu finden.
Wir stellten uns bei einem Feuerwehrhaus so nah wie möglich an die Hauswand und hofften, dass der Dachvorsprung groß genutz sein würde. Da standen wir nun und warteten auf den Regen. Aber: da kam nur ein leichter Sprühregen. Die Straße sah hinterher ein bisschen dunkler aus, aber es hatten sich noch nicht einmal Pfützen gebildet. Die Luft war danach noch ein bisschen stickiger als vorher.
Die Fahrt wurde fortgesetzt. Wegen einer gesperrten Straße mussten wir zum Schluss der heutigen Etappe noch einen Umweg von ein paar Kilometern fahren, aber in Hohenthann war dann etwas mehr als 70 Kilometern endgültig Schluss für heute.
Wir stehen für die Nacht unter einem Vordach beim Sportplatz. Diesmal konnten wir sogar um Erlaubnis fragen, weil ein paar Männer am Sportplatz damit beschäftigt waren, Tore auf- oder abzubauen. Auch Wasser dürfen wir von dort holen.

Das ist prima, denn so hatten wir nicht nur Duschwasser, sondern konnten außerdem noch Wasser für das Waschen der Schmutzwäsche holen. Ich lasse nicht gerne zu viel Schmutzwäsche zusammenkommen, sondern wasche lieber öfter.

Trotzdem hoffe ich, dass wir vielleicht in Passau einen Waschsalon finden, in dem die Wäsche mal wieder in einer „richtigen“ Waschmaschine gewaschen werden kann.

Heute Morgen habe ich übrigens auch mit einer Tierarztpraxis in Passau telefoniert. Wir können am Mittwochnachmittag mit Casper dorthin kommen. Es sind jetzt noch knapp 120 Kilometer bis doethin. Das würden wir zwar notfalls auch an einem Tag bewältigen, aber verteilt auf zwei Tage klappt das sicher locker und entspannt.

