Umleitung – hat sich gelohnt!

Wir saßen gerade beim Frühstück, als der Platzwart des Fußballvereins Hohenthann auf seinem Fahrrad ankam, um die Beregnungsmaschine einzustellen und zu überwachen. Er grüßte uns freundlich und sagte, dass er uns gerne die Tür zum Vereinsheim aufschließt, damit wir die Sanitärräume benutzen können. Das nahmen wir natürlich gerne an! Schade, dass das Angebot, auch zu duschen, erst heute kam und nicht gestern Abend, aber die Toilette und das Waschbecken nutzten wir gerne.

Streicheleinheiten am frühen Morgen werden gerne genommen.

Beim Plausch mit dem Mann erklärte er uns, warum die Tore ausgetauscht werden mussten. Das sei eine Vorschrift vom DFB. Die Tore müssen 400 kg Zugkraft standhalten, damit sie auch bei sehr starkem Wind nicht umfallen können. Dazu seien die Pfosten 1,5 Meter tief im Boden drin. Außerdem kann man die hintere Stange, die nromalerweise am Boden liegt, nach oben klappen, damit der Rasenrobotor drunter durch fahren kann. Zum Abschied schenkte er uns zwei gekühlte alkoholfreie Blutorangen-Radler. Die waren so kalt, dass sie auch bei unserer Mittagspause noch schön kühl und erfrischend waren.

Die Mittagspause verbrachten wir neben einer Kapelle. Die Kapelle selbst war leider verschlossen, aber drumherum gab es viele Bäume, in deren Schatten wir es uns für mehrere Stunden gemütlich machten, bevor wir noch das letzte Drittel der heutigen Tagesetappe in Angriff nahmen.

Zwischendurch zog Andreas noch mehrere Schrauben am Zugfahrzeug fest. Wir hörten nämlich ein verdächtiges Knacken. Und nach locker kommt ab!

Caspers Leine ist am Wasserkanister befestigt. Den bekäme er zwar notfalls weggeschleift, aber er bremst ihn auf jeden Fall aus.

In Landau an der Isar war die Isarbrücke gesperrt. Wir folgten den Umleitungsschildern und beschlossen dann, erst morgen wieder auf unseren ursprünglichen Track zu stoßen. Dadurch kamen wir in einen kleinen Ort namens Möding. Einen Friedhof fanden wir hier nicht, aber dafür einen schönen Platz zwischen dem Feuerwehrhaus und einem Spielplatz. Wasser bekamen wir von einem Mann, der neben dem Spielplatz wohnt.

Während Andreas den Wohnwagen für den Abend bzw. die Übernachtung herrichtete (Stützen raus, Duschvorrichtung), ging ich mit Casper zum Abendspaziergang. Die Strecke war super schön. Wir hatten einen herrlichen Blick auf das Dorf, die Wege waren gut zu begehen, es roch nach Holz und es war auch nicht mehr heiß, sondern angenehm warm.

Als wir wieder beim Feuerwehrhaus ankamen, spielte ein Mann mit seinem Enkel gerade auf dem Spielplatz Fußball. Als er Casper und mich kommen sah, meinte er:“ Ah, da ist die Dame des Hauses!“. Er hatte zuerst gedacht, wir würden ein Kasperletheater für Kinder aufführen. Andreas hat ihn aber aufgeklärt. Naja, mit dem Kasperletheater lag er ja gar nicht unbedingt so falsch… 😉

Er fragte uns, ob er uns für den Abend zu einem Aperol Spritz einladen dürfe. Ich glaube, unsere strahlenden Gesichter waren schon Antwort genug, bevor wir überhaupt etwas dazu sagen konnten.

Wir duschten also und saßen dann noch bis zum verabredeten Zeitpunkt vor dem Feuerwehrhaus. Zu Klaus und Christa war es nur ein „Katzensprung“. Wir saßen bei super angenehmen Temperaturen im Garten der beiden und unterhielten uns prächtig bei kalten Getränken, Häppchen und Trauben aus dem eigenen Garten. Kurz bevor wir in unsere Wohnwagen zurück gingen, zeigte Klaus uns seine Sand-Sammlung. Wenn Christa und er irgendwo auf der Welt im Urlaub sind, nehmen sie von dort ein bisschen Sand mit. Wir staunten nicht nur sehr über die riesige Anzahl der besuchten Länder und Gegenden, sondern auch darüber, wie viele unterschiedliche Farben Sand haben kann.

Genau solche Begegnungen machen unsere Art zu reisen so wertvoll. Auch Christa und Klaus hätten wir ohne unser rotes Wägelchen nicht getroffen. Und das wäre sehr schade gewesen!


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1 Kommentare zu “Umleitung – hat sich gelohnt!”

  1. Hallo Ilona & Andreas,
    vielen Dank für euere lieben Zeilen im Blog über Möding und uns! Es hat uns sehr gefreut, diese zufällige Begegnung am Dienstag noch einmal im Blog nachlesen zu können. Wir sind jetzt Fan von euerem Roden Hiesl und werden den weiteren Verlauf der Reise natürlich verfolgen. Habe heute auch das Bild mit euerem Gefährt an die Zeitung geschickt, und hoffe es erscheint in der Rubrik „Leserfoto des Tages“.
    Liebe Grüße und allzeit gute Fahrt
    Klaus & Christa

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