Als wir um kurz nach halb 9 Uhr heute Morgen beim Haus der Familie, die uns zum Frühstück eingeladen hatte ankamen, fragten sie uns zuerst, wie wir geschlafen haben. Denn wie wir, hatten auch sie die Musik und die Gesänge der Zuschauer auf dem Dorffest bis nachs um 2 Uhr gehört. Trotzdem waren wir an diesem Sonntagmorgen alle gut gelaunt und saßen bei schönen Gesprächen und einem leckeren Frühstück auf der Terrasse von Martina, Felix und Anton zusammen.

Martina erzählte uns, dass sie vor Jahren in Neuseeland war und dort wunderbare Gastfreundschaft erfahren hatte. Seitdem hat sie auf eine Gelegenheit gewartet, auch jemandem so eine Gastfreundschaft zuteil werden zu lassen. Diese Gelegenheit bot sich, als gestern zwei Leute mit einem Hund in einem knallroten „Zirkuswagen“ in Sichtweite ihres Hauses anhielten und übernachteten…
Um 10 Uhr machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Passau. Wir vermuten, dass wir am Mittwochabend dort ankommen werden.

Am späten Vormittag kamen wir an den Lech und wir entdeckten eine flache Stelle, an der man gut ins Wasser kam. In der Mitte des Flusses gab es eine Kiesbank. Damit Casper sich ein bisschen abkühlen konnte, ließ ich ihn ins Wasser gehen, bis es für ihn so tief wurde, dass er nicht mehr stehen konnte. Ich nahm ihn hoch und trug ihn zur Kiesbank hinüber. Mir ging das Wasser gerade so ein bisschen über das Knie. Als Casper am Ufer allerdings eine Dackel-Dame entdeckte, wollte er auf der Stelle da rüber und hatte keine Lust, auf mich zu warten. Was wir bis heute nicht wussten – unser Hund kann schwimmen. Wieder was gelernt!
Die Mittagspause verbrachten wir unter einem großen Baum bei einer Kirche. Dort blieben wir gut zwei Stunden.

Nach einer weiteren Abkühlung an einem kleinen Brunnen vor der Kirche, machten wir uns nochmal auf den Weg, bis es wieder an der Zeit war, einen Platz für die Nacht zu suchen.

Mein Arbeitskollege Peter hat mir mal erzählt, dass er immer möglichst weit weg von menschlichen Behausungen übernachtet, wenn er unterwegs ist.
Das ist bei uns genau das Gegenteil. Ich suche mir kleine Ortschaften aus und schaue dann nach Gemeindehäusern, Rathäusern, Sportplätzen, Kirchen oder Friedhöfen. Ganz wichtig ist für uns, dass wir an Trinkwasser kommen. Deshalb scheiden Wälder oder Seen schon mal aus. Mir ist es auch sehr recht, wenn mehrere Leute sehen, wo wir stehen. Dann habe ich keine Angst, dass wir spurlos verschwinden…. Ja, vielleicht habe ich zu viele Krimis geschaut…

Geduscht haben wir heute übrigens mal beim Sportplatz in der „Trainer-Dusche“. In dem Sportheim war auch eine Gaststätte, bei der ich gefragt habe, ob wir die Duscheräume mal kurz benutzen könnten. Der Wirt meinte nur:“ Ich weiß von nichts….!“
Bei meinen langen Haaren, war ich froh, mal nicht nur auf den 5-Liter-Kanister beschränkt zu sein. Wir machten nach der Dusche alles schön sauber und wischten sogar die Glastür der Dusche wieder trocken.
Es war alles in Allem ein schöner Tag. Wie auch bei der Frankreichreise im Mai/Juni, müssen wir drei mit der Hitze fertig werden, aber der Ventilator, den uns Ian geschenkt hat, ist Gold wert. Er macht die Nächte im Wagen sehr viel angenehmer!

Am Ende der heutigen Etappe standen übrigens 70 km auf dem Tacho.