Oberstes Ziel: so früh wie möglich in den Schatten

Bis wir wieder zu Hause sind, wird es wohl so heiß bleiben, oder sogar noch heißer werden. Trotzdem wollen wir jeden Tag ein Stückchen weiter Richtung Heimat kommen.

Heute ist uns aufgefallen, dass es sehr viele unbewohnte Häuser zu sehen gab, die mehr oder weniger verfallen waren. Auf einem Schild wurden Bauplätze für 5 Euro pro Quadratmeter angeboten! Das konnte man ja fast nicht glauben. Wir sind jetzt hier im Departement Allier, was aber immer noch zur Region Auvergne-Rhone-Alpes gehört.

Bisher war unser Augenmerk besonders auf mögliche Übernachtungsplätze und Feldwege für Spaziergänge mit Casper gerichtet. Jetzt kommen noch Schattenplätze und Abkühl-Möglichkeiten hinzu.

Was die Schattenplätze angeht, eignen sich große Bäume und Kirchen besonders gut. Für Abkühlung sorgten auch bisher schon die Wasserstellen auf Friedhöfen. Aber auch Brunnen nutzen wir immer häufiger.

So hangeln wir uns den Vormittag über von einem Ort zum nächsten und mittags werden schon die Augen offen nach einem Platz offen gehalten, an dem der Nachmittag, der Abend und die Nacht verbracht werden könnte.

Wieder einmal fiel die Wahl auf ein Fußballfeld. Und zwar in Vaumas. Das Clubhaus hat ein großes Vordach, das sehr viel Schatten bietet. Der Wind pustet ab und zu sogar ein kleines Lüftchen unter das Dach.

Und das Beste ist: hier gibt es eine Toilette, Strom und Wasser! Wir haben sogar jemanden gefunden, der unseren Übernachtungsplatz sozusagen „abgenickt“ hat.

Ist niemand da, den wir fragen können, bleiben wir zwar trotzdem, aber ich bin einfach beruhigter, wenn keine Gefahr besteht, weggeschickt zu werden, wenn schon alles für die Nacht aufgebaut ist.

Wir verbrachten also wieder den Nachmittag damit, praktisch nichts zu tun. Ich wusch mein verschwitztes Shirt aus und Andreas zog ein paar Schrauben nach – das war’s.

Eigentlich herrlich. Rumsitzen. Keine Dinge, die erledigt werden müssen. Keine Termine. Einfach mal Langeweile haben – was bei Erwachsenen ja äußerst selten vorkommt.

Kinder und Jugendliche werden nörgelig, wenn sie Langeweile haben und Erwachsene kennen das Gefühl schon gar nicht mehr. Schade eigentlich. Wenn man es zulässt, dass gerade mal überhaupt nichts auf der Tagesordnung steht, ist das super entspannend. Manchmal muss man eben zur Entspannung gezwungen werden. Und wenn es einfach durch sommerliche Temperaturen ist. Selbst unser sonst sehr quirliger Vierbeiner lag fast den ganzen Nachmittag in einer Ecke.

Unsere Dusche war heute übrigens einfach der Wasserhahn auf der Rückseite des Gebäudes. Der ist in einer Höhe von einem Meter angebracht. Man muss sich für die „Dusche“ ein bisschen klein machen, aber dann funktioniert das prima. Wir können inzwischen sehr gut improvisieren. Hauptsache nicht klebrig ins Bett!


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2 Kommentare zu “Oberstes Ziel: so früh wie möglich in den Schatten”

  1. „Das Schönste ist mal nichts zu tun, und sich vom Nichtstun auszuruh‘n“
    unsere liebste Lebensweisheit 😅
    Doch leider im Alltag kaum möglich, aber jetzt noch‘n halben Arbeitstag, dann folgen wir dieser Lebenseinstellung auf unserer Tandemreise in Holland, ähm Niederlande für drei Wochen 😁.
    Mehr dazu ab Sonntag in Polarsteps…

  2. Guten Morgen ihr Lieben 🫶,bei uns heute Morgen schon 26 Grad und es sollen 36 werden.Wir machen heute das gleiche wie gestern nämlich Nix. Wir wünschen euch eine gute Heimfahrt ohne Stress.
    Grüße A. u H.

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