Volle Fahrt voraus

Der Pausentag in dem ruhigen Ort war super. Es wunderte uns tatsächlich, dass hier nicht mehr los war, obwohl der Parkplatz explizit als Wohnmobil-Stellplatz in „Park4night“ angegeben war und nur wenige Kilometer von Schloss Chambord entfernt ist. Aber natürlich waren wir froh darüber, den Platz für uns alleine zu haben. Gestern Abend kam noch ein Wohnmobil dazu, aber da der Fahrer vergeblich nach einer Steckdose für sein Stromkabel gesucht hat, ist er heute Morgen gleich wieder abgefahren, als wir gerade beim Frühstück saßen.

Der Wetterbericht versprach für heute bestes Reisewetter – sonnig, aber nicht heiß.

Morgens war es sogar noch so kalt draußen, dass der Gedanke, sich nach draußen zu begeben, so wenig verlockend war, dass wir noch eine gute halbe Stunde nach dem Klingeln des Weckers unter den kuschelig warmen Decken liegen blieben. Casper genießt es besonders, dass es im Wohnwagen kein Bett-Verbot gibt.

Gut erholt nach dem schönen Pausentag starteten wir also bei sonnigem Wetter. Es lief so gut, dass wir mittags schon 50 Kilometer weiter waren.

Vielleicht lag es am Sonntag – auf den Straßen war wenig los. Wir hatten heute zwar auch viele kleine Sträßchen, aber selbst auf den größeren Straßen war erfreulich wenig Verkehr.

Wir fuhren durch viele hübsche kleine Ortschaften. Manchmal sieht man allerdings nur lange, hohe Mauern, durchbrochen von riesigen Toren und dahinter einen langen Weg, der zu einem „Haus“ führt, das wohl auch nicht gerade klein ist.

Als wir gegen Abend in einen Ort kamen, den wir uns als Etappenziel ausgesucht hatten, fühlten wir uns beide nicht wohl dort. Keiner von uns konnte sagen, woran es lag. Aber wir beschlossen, auf unser Bauchgefühl zu hören und noch ein Stück weiter zu fahren.

Hier in Diors gefiel es uns auf Anhieb besser. Wir stehen heute Nacht auf dem Parkplatz des Fußball- und Tennisplatzes. Es gibt eine öffentliche Toilette und beim Tennisplatz habe ich warmes Wasser für unseren Duschsack bekommen.

Wir haben es uns auf dem Rasen noch ein wenig gemütlich gemacht, um etwas zu essen.

So bald die letzten Kinder hier vom Gelände verschwunden sind, werden wir ein geschütztes Plätzchen für die Dusche suchen und uns danach bald in unser gemütliches, rollendes Zuhause-auf -Zeit zurückziehen.

Casper war gerade schon so müde, dass er beim Kämmen eingeschlafen ist. Er hatte auch heute zwei anspruchsvolle Spaziergänge.

Während unser Schmetterlings-Jäger schon schlummernd im Wagen liegt, werden wir noch den Straßenstaub von unseren Körpern waschen, bevor wir uns auch hinlegen.


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