Kein „Tiny-house“

In dem Ort, in dem wir übernachtet haben, gab es ein ehemaliges Postamt, das wohl inzwischen eine Mischung aus Lebensmittellädchen, Café und Bäckerei ist.

Als ich den Laden betrat, um Baguettes für das Frühstück zu kaufen, grinste mir „Monsieur l‘ agriculteur“ schon entgegen. Er saß im Laden vor einer Tasse Kaffee und erkundigte sich, ob wir gut geschlafen hätten. Auch ein weiterer Mann im Laden wusste schon über unsere Roulotte und dass wir beim „Stadion“ übernachtet haben Bescheid. Die Dame hinter der Theke war noch nicht im Bilde, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Landwirt ihr Fotos zeigte, sobald ich mit meinen Baguettes unter dem Arm verschwunden war.

Die Baguettes waren klasse. Sie machten genau das richtige Knusper-Geräusch, das ein gutes Baguette eben macht, wenn man ein Stück abbricht.

Unser Weg führte uns heute an die Loire und eines der Schlösser. Elisabeth und Dietmar haben uns vorher schon gesagt, dass man den riesigen Kasten auf keinen Fall übersehen könne.

Sie hatten recht! Das Gebäude soll mehrere hundert Zimmer haben, die aber leer stehen. Wahnsinn! Wir haben ja eine ganz eigene Meinung zu solchen Gebäuden, aber zugegebenermaßen sind sie sehr beeindruckend.

Witzig war, dass viele Leute ebenso begeistert unser „rollendes Haus“ fotografierten, wie sie es mit dem Schloss taten.

Ich stand jedenfalls staunend vor dem gigantischen Bau mit den unzähligen Fenstern und Türmchen und fragte mich, wie viele Reinigungskräfte es damals gebraucht hat, diese vielen Zimmer ohne die heutigen elektrischen Helferlein in Schuss zu halten und was es wohl kostet, die ganzen Zimmer im Winter zu heizen.

Besonders gut an dem Schloss war, dass es drumherum viele schöne Rasenflächen und Aschewege gab, die Casper Bewegung verschafften, bis wir weiterfuhren. Komischerweise gab es kein Verbotsschild für Hunde. Oft gibt es ja an solchen Orten eine lange Liste mit Dingen die man nicht tun darf. Also freuten wir uns, dass wir keine Verbotsschilder sahen und nutzten die Gelegenheit, auf dem schön gemähten Rasen herumzulaufen.

Nach dem Besuch des Schlosses in Chambord fuhren wir gar nicht mehr so weit. Denn wir fanden den perfekten Übernachtungsplatz schon sehr bald.

Hinter einer Schule gibt es einen offiziellen, kostenlosen Womo-Stellplatz, der sogar über Toiletten, Wasser, Picknicktische und freies WLAN verfügt.

Wir möchten hier morgen sogar einen Pausentag einlegen. Es gibt nämlich auch eine Bäckerei und Feldwege um den Ort herum, so dass alles da ist, was wir brauchen.

Außerdem sind wir bisher so gut voran gekommen, dass wir es locker bis zum 13. Juni nach Beaulieu schaffen sollten, um dort zwei weitere Pausentage bei Elisabeth und Dietmar zu verbringen.

Morgen werden wir also einen kompletten Tag damit verbringen, zu lesen, zu schlafen und Spaziergänge zu machen.


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2 Kommentare zu “Kein „Tiny-house“”

  1. Hello
    Bravo pour votre aventure
    Francois 1er doit se retourner dans sa tombe en voyant votre château roulant 🤔🤔
    Bisous
    Éric Marie paule

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