Morgens, kurz vor 7 Uhr, hörten wir die ersten Regentropfen, wie sie auf unser Solardach prasselten. Das störte uns aber nicht weiter, denn wir waren im Trockenen und hatten es kuschelig warm. Auch Casper hatte es überhaupt nicht eilig, nach draußen zu kommen. Ganz im Gegenteil – er kringelte sich zwischen uns ein und schlief einfach weiter.
Gegen 9 Uhr, als es eine kleine Regenpause gab, machten Casper und ich den Spaziergang und anschließend half ich Andreas beim Packen. Das Packen mussten wir allerdings wegen eines neuen Schauers unterbrechen.

Wir waren wahnsinnig froh, dass wir kein nasses Zelt zusammenpacken mussten. Und wir waren außerdem froh, dass wir aus früheren Erfahrungen gelernt und gestern Abend noch eine Regenhaube über unser Fahrrad gezogen haben.

Wir setzten uns wieder in unseren Wagen, bis der Regen aufhörte und wir alles startklar machen konnten. Anschließend nahmen wir Abschied von Marie-Claude, Marc sowie ihrer Hündin Willow und folgten weiter unserer Route.

Beim Bäcker haben wir noch vor dem Verlassen des Ortes die letzte Rosinenschnecke ergattert. Diese, sowie ein Croissant, genossen wir zusammen mit einem Kaffee, den wir auch noch schnell vor der Abfahrt gemacht hatten, neben einem Flachsfeld.

Im nächstgrößeren Ort kamen wir gerade noch rechtzeitig vor der Mittagspause in ein Fahrradgeschäft, in dem Andreas einen weiteren Fahrradschlauch und ein Felgenband kaufen konnte.
Bis auf ein paar Tropfen, blieben wir vom Regen verschont. Um uns herum gab es hin u d woeder schwarze Wolken, aber wir hatten Glück und keine davon regnete über uns ab. Es blies nur ein ordentlicher Wind von hinten. Gegen diesen Rückenwind hatten wir natürlich keine Einwände. Sogar die Sonne ließ sich immer wieder blicken und als wir bereits am frühen Nachmittag unsere Tour für heute beendeten, waren die Akkus schon wieder fast voll.

Wir übernachten heute in einem winzigen Ort namens Beaulieu. Das fanden wir für den Stopp sehr passend, weil unser nächstes großes Etappenziel Beaulieu in der Auvergne (Cantal) ist.

Kaum hatten wir uns auf den Parkplatz im Ort gestellt und einen Sichtschutz errichtet, hinter dem ich meine Notdurft verrichtete, hörte ich eine fremde Stimme. Wir hatten Besuch. Ein Mann, der im Haus nebenan wohnt, hat unser Gefährt gesehen und wollte sich erkundigen, was das denn wäre. Diesmal musste Andreas versuchen, die Fragen zu beantworten. Ich war gerade unpässlich…

Eine Weile später gesellte sich ein junger Bretone zu uns auf den Parkplatz. Er ist mit seinem Fahrrad auf dem Weg nach Norwegen. Er baute sein Zelt auf der Wiese hinter uns auf und wir unterhielten uns eine Weile.
Später fuhr ein Auto vor, aus dem zwei Frauen und ein Kind ausstiegen. Sie liefen zielstrebig auf uns zu und stellten viele Fragen. Wir beantworten diese meist sehr gerne. Wir freuen uns, wenn wir unsere Begeisterung, auf diese Art zu reisen, anderen Menschen erläutern dürfen.

Es ist schön entspannend, schon nachmittags am Übernachtungsplatz zu sein. Wenn alles aufgebaut ist, hat man dann nämlich noch ganz viel Zeit zum Lesen, den vorbeiziehenden Wolken zuzuschauen, ein Mittagsschläfchen zu machen oder einfach dafür, gar nichts zu tun außer rundum zufrieden zu sein.
Wir wollen die Tatsache, bei dieser und künftigen Reisen mehr Zeit zu haben nicht dazu nutzen, weitere Strecken zurückzulegen, sondern lieber an einem schönen Ort auch mal länger zu verweilen und Dinge intensiver wahrzunehmen.

Der „Nachbar“, der sich heute Nachmittag über unser Fahrzeug und den Wohnwagen erku digt hat, war so lieb und hat unsere Powevank geladen. Außerdem bekamen wir von ihm heißees Duschwasser. Er hat uns sogar angeboten, dass wir morgen früh zu ihm kommen dürfen, wenn wir etwas benötigen. Das werden wir gerne annehmen und ihn fragen, ob er uns ein wenig Kaffeewasser erhitzt. Ich freue mich jetzt schon auf’s Frühstück.
Weiter so 👍 bei schönem Wetter und ohne Pannen .Grüße A&Hans
Habe lange keinen Kommentar geschrieben, sind auf einem wahnsinnig schönen Platz, der keine Wohnmobile nimmt. Aber zum Internet muss ich immer 50 Höhenmeter überwinden. Aber für eure tollen Berichte lohnt sich das immer!
Friedhelm