Endlos Solarstrom

Beim Frühstück setzten wir die Unterhaltung mit Eric und Marie Paule fort. Wir hätten uns gerne noch viel länger unterhalten, aber es war dann doch irgendwann Zeit, wieder aufzubrechen, um Paris ein Stückchen näher zu kommen.

Bevor wir abfuhren, durfte Marie Paule für eine kleine Test-Runde auf meinem Sitz Platz nehmen. Casper fing aber lautstark an zu motzen, weil er wohl feststellte dass da jemand fehlte. Also wurden die Plätze wieder getauscht, wir verabschiedeten uns von zwei weiteren herzlichen Menschen und machten uns auf den Weg durch die wellige und malerische Landschaft der Champagne mit ihren Weinbergen und hübschen kleinen Ortschaften.

Wir wollten versuchen, die kühleren Stunden des Vormittags zu nutzen und mittags dann eine längere Pause zu machen.

Für die Mittagspause brachten wir unser Gespann auf dem Parkplatz eines Rathauses zum Stehen und weil die Rathaustür offen stand, beschloss ich, mit dem Wasserkocher hinein zu gehen und zu fragen, ob mir jemand etwas Wasser für den Nachmittagskaffee erhitzen könnte.

Als ich nur noch wenige Schritte von der Tür entfernt war, kamen mir 3 Personen entgegen. Und die letzte wollte gerade die Tür zuschließen. Scheinbar wollten auch die Leute vom Rathaus gerade in die Mittagspause gehen. Ein Mann nahm mir dennoch den Wasserkocher ab und erhitzte das Wasser. Es stellte sich heraus, dass es der Bürgermeister selbst war. Er zeigte mir außerdem einen schönen schattigen Platz hinter dem Rathaus. Der Platz war viel besser geeignet als der, den wir zuerst ausgesucht hatten. Der Bürgermeister bot uns an, dass wir gerne unser komplettes Gespann mit in den kleinen Park nehmen dürfen. Falls jemand fragen sollte, sollten wir einfach sagen, der Bürgermeister des Ortes habe es erlaubt.

Er kam später nochmal mit einem Gemeindearbeiter zurück, um sich unser Gespann etwas genauer anzuschauen.

Bevor wir zur Weiterfahrt am Nachmittag aufbrachen, kühlten wir uns alle drei noch etwas ab.

Auch heute Nachmittag nutzten wir jede sich bietende Gelegenheit, um uns ein bisschen abzukühlen und im Schatten auszuruhen.

Als wir der Meinung waren, dass wir für heute genug vorangekommen waren, suchten wir uns einen Übernachtungsplatz und fanden diesen bei einem Tennisclub in Changis-sur-Marne.

In der Tennishalle befanden sich mehrere Leute, die ich fragen konnte, ob wir auf dem Parkplatz für die Nacht bleiben könnten. Eine Frau zeigte mir einen noch etwas besser geeigneten Platz für uns, da sie meinte, der Parkplatz würde bis um 22 Uhr sehr frequentiert sein.

Nun stehen wir direkt auf einem angrenzenden schönen Grünstreifen, von wo aus ich morgen früh wunderbar mit Casper spazieren gehen kann.

Der Tennisclub liegt am Ortsrand. Allerdings liegt er auch an einer Zugstrecke. Wir hoffen einfach mal, dass die Züge nachts nicht so häufig fahren.

Neben der Tennishalle und hinter unserem Schlafplatz befinden sich außerdem ein Fußballfeld, Bouleplätze und eine Fitness-Station. Bei der Fitness-Station „bastelte“ ich mir mit Hilfe der Picknickdecke einen Duschvorhang.

Den Duschsack hatten wir zuvor einfach eine Weile auf den heißen Betonboden gelegt, so dass das Duschwasser selbst für meine Verhältnisse eine angenehme Temperatur hatte.

Ich hatte Glück – ich war gerade mit meiner Dusche fertig, als die ersten Boule-Spieler auf den Platz kamen…

Nachdem wir sauber waren, bekam Casper auch noch seine Fell- und Zahnpflege verabreicht und wir wollten den Abend mit Wasser und Gummibärchen ausklingen lassen.

Aber es kam anders. Eine Familie machte einen Abendspaziergang und war absolut begeistert von unserem Gefährt und der Art wie wir reisen. Sie fragten uns, ob wir irgendetwas brauchen und Andreas meinte:“ Ein kühles Getränk“. Der Mann ging daraufhin schnell nochmal nach Hause und kam mit mehreren Flaschen kühler Getränke und Eiswürfeln zurück. Außerdem sorgte er dafür, dass wir die Dusche im Tennisclub benutzen dürfen. So hatten wir den Luxus, heute Abend mehr als sauber ins Bett zu liegen und wir freuen uns, dass wir bis jetzt so vielen lieben, hilfsbereiten und unkomplizierten Menschen begegnet sind. Einfach super!


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