Kurz eintauchen in die Metropole und möglichst bald wieder raus

Obwohl es tagsüber seit Tagen ziemlich heiß ist, kühlt es in der Nacht schön ab, so dass wir gut schlafen können.

Während ich morgens mit Casper spazieren gehe, bereitet Andreas immer das Frühstück vor und packt zusammen, was wir vor der Abfahrt nicht mehr brauchen.

Heute Morgen frühstückten wir auf dem Fitness-Platz. Das war ja auch irgendwie passend. Das Frühstück fiel dann aber etwas anders aus als erwartet. Das Baguette von vorgestern war ziemlich hart. Aber wie sagt Hans immer: „Hartes Brot ist nicht hart – KEIN Brot ist hart:“

Ich überlegte, das harte Baguette einfach in meinen Kaffee zu tunken. Während ich das überlegte, goss ich die Milch in meinen Kaffee und sah gleich, dass da etwas nicht stimmte. Auf meinem Kaffee schwammen Klumpen. Die Milch war sauer! Die Geruchsprüfung bestätigte leider meine Befürchtung. Es würde also für mich keinen Kaffee zum Frühstück geben. Dafür gab es etwas, das ich meinem Sohn absolut verboten hätte: Cola zum Frühstück!…

Bei der ersten Gelegenheit kauften wir frisches Baguette, Rosinenschnecken und Milch ein – für ein zweites Frühstück.

Während unser Fahrzeug zum „Tanken“ in der Sonne stand, genossen wir Kaffee mit frischer Milch und Rosinenschnecken im Schatten dahinter.

Als wir noch ungefähr 30 Kilometer vom Eiffelturm entfernt waren, merkten wir schon, wie der Verkehr zunahm. Eigentlich sollte unser Track weg vom Verkehr am Kanal entlang verlaufen, aber wieder mal gab es einen Poller, wodurch wir den Einstieg nicht nehmen konnten. Wir planten um und nahmen die Straße. Was jetzt besser war, liegt im Auge des Betrachters. Aber immerhin war auf der Straße klar, dass wir durchkommen würden. Langsam vorwärts geht es trotzdem vorwärts.

Der Verkehr wurde zunehmend chaotischer. An dieser Stelle muss ich Andreas sehr, sehr loben. Er hat uns wunderbar mitten durch Paris geschaukeltet. Sogar vierspurige Kreisverkehre hat er unglaublich souverän gemeistert. Er sagte ganz cool (während ich dem Impuls Widerstand, mir vor Angst in die Hosen zu machen): „Schnuuufe un durch!“

Irgendwie schafften wir es, mit all den Autos, LKW, Lastenrädern, Rollern, Bussen, Taxis „mitzuschwimmen“, obwohl es mit viel Gehupe kreuz und quer ging.

Als wir eine Abfahrt verpasst hatten, hielt Andreas einfach beide Hände raus und stoppte den Verkehr, um zu wenden auf einer sechsspurigen Straße!!! Und dabei war er immer noch gelassen. Unglaublich!

Und plötzlich stand der Eiffelturm in voller Größe vor uns. Es war schon ein toller Anblick und wir waren auch ein bisschen stolz, dass wir nach einer Woche und 628 Kilometern schon mitten in Paris standen.

Allerdings war uns auch bald klar, dass wir es heute nicht mehr aus dem Großraum Paris hinaus schaffen würden. Der Verkehr ist einfach zu dicht. Man kommt nur sehr langsam voran – es ei denn, man fährt mitten in der Nacht hinaus. Deshalb fuhren wir den Campingplatz an. Auf dem Schild am Eingang stand „complet“, aber wir erhielten trotzdem einen Platz. Sogar mit Strom, Wasser und eigenem Picknicktisch.

Morgen, wenn wir wieder weit genug von Paris weg sind, finden wir vielleicht wieder einen anderen Übernachtungsplatz, ohne auf den Campingplatz zu gehen. Für heute sind wir einfach froh, wenn wir geduscht im Bett liegen.

Casper hat sich in Paris vorbildlich verhalten. Er saß die meiste Zeit cool in seiner Box. Nur ganz zum Schluss reichte es ihm wirklich und er beschwerte sich mit Nachdruck. Auch uns reichte es zu diesem Zeitpunkt und wir beeilten uns, für uns alle ein ruhiges Umfeld zu suchen. Vorher durfte Casper wenigstens in Paris mit Blick auf den Eiffelturm ein paar Bäume anpinkeln.

Jetzt sitzen wir gestärkt neben unserem Wohnwagen und schauen den Sittichen zu, die über uns in den Bäumen herumzwitschern.


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5 Kommentare zu “Kurz eintauchen in die Metropole und möglichst bald wieder raus”

  1. Toll, ihr habt es geschafft🤗 Das Bild mit dem Eiffelturm ist doch manche Mühe wert, ob alle Mühe sei mal dahingestellt. 😉 Jetzt müsst ihr euch noch herauswühlen, aber ihr seid schon mal im Westen der Stadt. Wir sehen uns hoffentlich übermorgen. Wir werden dann mal den Track absuchen…

    1. Bravo pour pour votre calme
      Vous êtes incroyable !!!!!!
      Andreas et ses escargots (pain aux raisins) lui donne sûrement plein de d’énergie pour mener votre convoi incroyable.
      Bonne sortie de Paris
      Éric, Marie paule

  2. tolle Leistung von euch,besonderes Lob für Andreas,dass er euch so gut durch den Großstadt Verkehr geschleust hat,super!!!!weiterhin pannenfreie gute Fahrt, Gruß gabi

  3. Ach, ihr seid gerade in meiner zwei liebsten Stadt. Sie rangiert gleich hinter Venedig! Beide Städte sind aber nicht Fahrrad geeignet. Kommt morgen heil weiter!

  4. Hallo,guten Morgen ihr beiden.
    Paris ist immer eine Reise 🧳 wert.
    Den Verkehr ist mir ja bekannt.Ich wünsche euch eine gute Weiterfahrt und weiterhin viel Spaß und Glück 🍀 🚴‍♂️🧳👍👌

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