Eng und steil…

Wir haben an der Bootsanlegestelle wunderbar geschlafen. Sogar so gut, dass wir gar keine Lust hatten aufzustehen, als der Wecker klingelte.

Wir schälten uns trotzdem irgendwann aus dem Wohnwagen. Zum einen brauchte Casper seinen Spaziergang und zum anderen macht sich das Fühstück ja auch nicht von selbst.

Als Casper und ich von der Gassirunde zurückkamen, hatte Andreas das Frühstück schon vorbereitet und Alain brachte kochendes Wasser für unseren Kaffee. Bald danach fuhren Alain und Fancoise mit ihrem Boot weiter.

Da wir ja nicht auf einem Campingplatz übernachtet haben und keine öffentliche Toilette in der Nähe war, musste die wohl kleinste Trenntoilette der Welt zum Einsatz kommen.

So sieht sie unbenutzt zusammengefaltet aus:

So sieht sie aufgeklappt aus…

Die Benutzung erfordert ein bisschen Beinkraft, Beweglichkeit und etwas Geschicklichkeit, damit man auch die Öffnung trifft…

Nach dem Frühstück war der Abwasch fällig, alles wurde wieder verstaut und um zehn Uhr morgens verließen auch wir den Übernachtungsplatz und steuerten Bar-le-Duc an.

Andreas macht einen „Riech-Test“ an seinen Socken und befindet sie noch für tragbar.
Pause: Es gibt Milch und Rosinenschnecken

Weil es schon bald heiß wurde, nutzten wir die sich bietenden Gelegenheiten zur Abkühlung.

Bald danach kam unser erstes Problemchen. An einer Schleuse mussten wir eine Engstelle überwinden.

Zuerst dachten wir, dass wir hindurch passen müssten, aber am Ende der Engstelle wurde es noch ein Sückchen enger, weil der Zaun einen Knick machte. Es war unmöglich, das ganze Gespann an einem Stück durchzuschieben.

Also musste der Anhänger abgekoppelt werden, damit wir weiterkamen.

Das nahm einige Zeit in Anspruch, aber letztendlich schafften wir es. Bei solchen Dingen zeigt sich immer gut, ob ein Team funktioniert. Und wir sind natürlich immer sehr froh, wenn am Schluss das Problem auch behoben werden konnte.

Das zweite Problem musste Andreas aber alleine lösen. Als wir auf einem etwas holprigen Weg unterwegs waren, machte unsere Zugmaschine pötzlich ein extrem ungutes Geräusch. Es war eines dieser Geräusche, bei denen man sofort weiß, dass etwas ganz und gar nicht stimmt und man besser sofort anhalten sollte.

Am rechten Hinterräder an der Zugmaschine hatte sich die Schraube, mit der das Rad an der Antriebswelle fixiert ist, gelöst. Dadurch hat das Rad leer gedreht. Andreas bockte die Zugmaschine auf und befestigte das Rad wieder.

Weil wir an einer weiteren Engstelle nochmals abkoppeln mussten, hatten wir erst einmal keine Lust mehr, am Kanal weiterzufahren und zogen die etwas größere Straße vor. Das erwies sich als guter Einfall, denn dadurch kamen wir in ein Städtchen, das einen recht großen und schönen Park hatte. Hier verbrachten wir unsere Mittagspause im Schatten schöner großer Bäume.

Nach dem Essen konnte ich auch wunderbar in dem Park mit Caspar spazieren gehen. Weil die Äste der resigen Bäume ein Blätterdach über den Wegen bildeten, konnten wir fast die ganze Zeit im Schatten gehen. Das war in der Mittagssitze natürlich besonders wertvoll.

Bar-le-Duc erreichten wir am frühen Nachmittag. Weil wir ohnehin nicht auf den Campingplatz gehen wollten, beschlossen wir, noch ein Stück weiter zu fahren. Um den Ort wieder zu verlassen, mussten wir eine ziemlich steile Straße nehmen. Anfangs ging das auch noch recht gut. Schon bald aber waren wir in der höchsten Unterstützungsstufe und im kleinsten Gang. Trotzdem ging kurz vor der letzten Haarnadelkurve absolut gar nichts mehr. Wir kamen keinen Zentimeter weiter. So standen wir dann mitten auf der Straße und überlegen, was wir nun tun könnten.

Andreas hatte mehrere Grosse Steine gefunden und sie hinter die Reifen gelegt, damit weder Anhänger noch Zugmaschine zurückrollen konnten. Zusätzlich hatten wir die Feststellbremsen gezogen. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir einzeln mit Hänger und Zugmaschine wieder nach unten müssten, um dann einen neuen Weg suchen. zu können. Dann aber hielt ein Auto neben uns und zwei Frauen boten ihre Hilfe an. Sie meinten, dass es nicht mehr weit bis zum höchsten Punkt wäre und dass wir gemeinsam den Wagen doch nach oben schieben könnten. Es kam auch noch ein Mann hinzu, der auch half. So schafften wir es mit vereinten Kräften, den Anhänger auf die Kuppe zu schieben. Ohne den Anhänger schaffte es die Zugmaschine spielend.

Als wir weiterfahren konnten und an einem kleinen Supermarkt vorbeikamen, kauften wir uns auf diesen Schreck erst einmal ungesundes Zeug und aßen es an Ort und Stelle.

Unseren Weg setzten wir noch eine Weile fort, aber als wir in einem kleineren Ort einen wunderbaren Übernachtungsplatz entdeckten, beschlossen wir, für heute Feierabend zu machen.

Wir stehen heute Nacht auf dem Parkplatz zwischen einer Gemeindehalle und einem Fussballfeld in Baudoncilliers. Beim Rundgang um das Gebäude haben wir eine Toilette entdeckt, die geöffnet ist, sowie einen funktionierenden Wasserhahn an der Seite des Gebäudes.

Geduscht haben wir mit unserem Duschsack im Schutz von ein paar Büschen. Wir gehen mal davon aus, dass die Kameras, die rund um das Gebäude hängen, diese Büsche nicht erfassen.

Zufrieden, alle heutigen Schwierigkeiten gemeistert zu haben, machten wir es uns abends in unserem Wohnwagen gemütlich und genossen es außerdem, dass es mit jeder verstreichenden Stunde, ein bisschen kühler wurde.


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