Kurz nach dem Aufstehen verkündete Elisabeth, dass sie mit Dietmar Plan B verworfen und sich Plan C ausgedacht haben. Die beiden würden sich nun doch nicht von ihrer Tochter einen anderen Anhänger bringen, sondern sich von Cäcilia nach Hause holen lassen. Sie würden heute nach Saverne zurückradeln, wo Cäcilla sie mit dem Auto in Empfang nehmen würde.
Der weitere Plan sieht so aus, dass die beiden zu Hause ihren Wohnwagen holen, und mit Auto, Wohnwagen und Bambuk wieder zu uns stoßen. So können wir trotzdem noch ein bisschen gemeinsam reisen. Sie haben keine Lust, wochenlang in einem kleinen Zelt zu schlafen, zumal das Wetter ja vielleicht nicht die ganze Reisezeit so top ist wie in den letzten Tagen. Mit dem kleinen Anhänger müssten sie ihre Ausstattung und damit den Komfort auf ein Minimum reduzieren.

So trennten sich also leider schon nach drei gemeinsamen Fahrtagen unsere Wege.

Andreas und ich radelten weiter den von Elisabeth geplanten Track entlang. Am eigentlichen Etappenziel für heute angekommen, war es erst früher Nachmittag.


Weil das Wetter aber so schön war und dementsprechend unsere Akkus prima geladen wurden, wollten wir noch ein Stück weiter fahren. Es kommen sicher auf dieser Reise noch Tage, an denen wir aufgrund des Wetters oder der Topographie nicht so weit kommen, wie es das Tagesziel vorsieht.

Auf unserer Fahrt wurden wir einmal von einem Ehepaar auf Rennrädern überholt. Eine Weile später kamen uns die beiden dann aber wieder entgegen. Als sie uns kommen sahen, blieben beide stehen, rissen ihre Handys aus den Trikot-Taschen und hielten sie in unsere Richtung. Als wir erkannte, dass wir selbst das Fotomotiv waren, hielten wir an, damit sie in aller Ruhe unser Gespann fotografieren konnten.

Wir redeten eine Weile miteinander und es stellte sich heraus, dass uns die beiden schon auf unserer gestrigen Etappe begegnet sind. Da waren sie allerdings auf einem Boot unterwegs.

Der Kanal-Radweg ist sehr gut ausgebaut. Man kann super dahinrollen. Etwas nervig waren allerdings die vielen Absperrungen, die wir passieren mussten. Meist passten wir durch, aber einige Male zückten wir doch unser Schlüssel-Set. So konnten wir die Absperrungen öffnen und hindurch fahren.


Nur einmal standen wir wirklich vor einer Absperrung, die viel zu eng für uns war.

Es blieb uns nichts anderes übrig, als umzudrehen, wieder zurückzufahren und eine Weile die Straße für die Autos zu benutzen.

Am Nachmittag wurde es übrigens ziemlich heiß. Um Caspar ein bisschen Verdunstungsküglung zu verschaffen, befeuchteten wir sein Fell. Dem Kleinen geht es übrigens wieder gut. Auf Anraten seiner Züchterinnen haben wir ihm Karottensuppe verpasst. Zwar gegen seinen Willen, aber es hat gewirkt.

Auch das Solardach ist Gold wert. Nicht nur Casper, sondern auch wir sind damit vor der Sonne weitgehend geschützt.
Auf unserer Route mussten wir heute auch wegen einer Baustelle eine Umleitung fahren. Diese war sehr steil und auch noch auf losem Untergrund. Sowohl unsere Motoren als auch unsere Schenkel waren am Anschlag. Durch Bündelung aller Kräfte kamen wir letztlich oben an.
Ob es nun mit dieser Umleitung zu tun hatte oder Zufall war, wissen wir nicht – aber kurz danach gab es mehrfach ein schreckliches Knack-Geräusch unter meinem Sitz.
Wir hielten an und nach langem Suchen entdeckten wir, dass sich an der hinteren Achse Schrauben gelöst hatten. Direkt nachdem wir angehalten hatten, um die Schrauben anzuziehen, kam ein Mann, um uns Werkzeug anzubieten. Wir freuen uns sehr über die Hilfsbereitschaft und konnten schon bald unseren Weg wieder fortsetzen.

Am frühen Abend suchten wir uns einen Übernachtungsplatz. In einem kleinen Ort fanden wir einen sehr gemütlichen Platz neben einer Anlegestelle für Boote. Zuvor hatten wir noch in einem kleinen Supermarkt ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Außerdem fragte ich den Ladenbesitzer, ob er uns unseren Wasserkanister noch mit warmem Wasser füllen könnte. Dieses würden wir später zum Duschen benutzen.
An der Anlegestelle parkten wir unser Gespann, richteten unser Nachtquartier ein und als wir gerade fertig waren, kamen die Besitzer des kleinen Bootes, das am Steg vertäut war.

Sie luden uns zu Getränken und Knabereien ein.

So saßen wir also mitsamt Casper kurze Zeit später im Heck ihres Bootes und unterhielten uns, so gut es unsere Französischkenntnisse eben erlaubten.

Francoise und Alain boten uns an, morgen früh das Kaffeewasser für uns zu erhitzen.
Als der Abend voranschritt, verabschiedeten wir uns wieder von Francoise und Alain, weil wir noch duschen gehen wollten. Dazu schnappten wir uns den Kanister mit warmem Wasser, Handtuch, Duschgel und Wechselkleidung. Wir liefen ein Stück einen Feldweg entlang, bis zu einem Platz, an dem wir uns vermeintlich ungestört duschen beziehungsweise waschen konnten.

Sauber und angenehm riechend, verzogen wir uns für den Rest des Abends in unsere „roulotte“. Dieses Wort haben wir heute Abend von unseren „Nachbarn“ auf dem Boot gelernt 🙂
weiterhin gute Reise und gutes Wetter, nach dem holprigen Start kann es nur noch besser werden, liebe Grüße Gabi
Schöne Bilder .Weiter so.Wir wünschen euch ein schönes Pfingstwochenende.👍🍀😍
Hallo Ihr zwei, schade, dass es mit der Fünfsamkeit erst mal vorbei ist. Aber ihr bekommt ja überall schnell Kontakte und seid mit eurem „Roulette“ ziemlich unabhängig. Wünsche euch schöne und pannenarme Tage, Friedi
Hey ihr drei, vielen Dank für die eindrucksvolle, bildreiche Schilderung! Weiter so 💪🍀😎🐾🐾❣️
Wir sind schon etwas neidisch auf diese tolle Etappe und die schönen Erlebnisse, da wir die 90 km in die andere Richtung fahren mussten. Es sei euch jede Minute von Herzen gegönnt! Genießt die Tage mit Beinfreiheit – wir werden uns diese Woche noch wiedersehen! Elisabeth und Dietmar
weiterhin eine gute Reise Euch drei 🔆😃
LG Birgit 🐾😊