Als morgens um 7 Uhr die Mitarbeitenden des ÖAMTC-Stützpunkts zur Arbeit kamen, konnten wir auch die Toilette im Gebäude benutzen.
Alle waren super freundlich zu uns. Eine Mitarbeitende fragte mich, wie wir denn überhaupt geschlafen haben. Der Stützpunkt läge nämlich an der meist befahrenen Straße von ganz St. Pölten.
Klar, haben wir die Autos und vor allem die LKWs und Züge gehört. Manchmal hat sogar unser Wohnwagen vibriert. Man nimmt diese Geräusche zwar wahr, kann aber trotzdem einigermaßen schlafen. Eine schlechte, schlaflose und unruhige Nacht habe ich eher, wenn ich mich an einem Platz entweder nicht wohl und/oder nicht sicher fühle. Das war hier aber gar nicht der Fall. Der Platz war – abgesehen von den Straßengeräuschen – absolut super.
Beim Start waren die Akkus voll und die Sonne würde sie den Tag über auch weiter schön auftanken. Die Wettervorhersage versprach 11 Sonnenstunden. Es würde also ein Tag werden, bei dem für mich die Sonnencreme unerlässlich sein würde.
Wir hatten vor, heute schön Strecke zu machen, da demnächst nochmal bewölkte Tage kommen sollen, an denen wir zwischendurch die Akkus laden müssen.
Bis zur Mittagspause hatten wir schon etwas über sechzig Kilometer geschafft. Die Strecke war allerdings nicht besonders schön. Wir fuhren auf der linken Donauseite. Das Verkehrsaufkommen war sehr moderat, aber trotzdem ist da alles sehr eng. Links neben der Straße sind direkt Schienen und daneben ist der Fluß. Rechts neben der Straße geht es direkt den Hang hoch.
Die Mittagspause verbrachten wir auf einem Parkplatz. Da gab es einen Picknicktisch. Zum Essen war es ganz okay, aber mit Casper konnte ich dort absolut nicht laufen. Das war alles viel zu gefährlich.
Nach der Pause fuhren wieder auf die Bundesstraße drauf und keine zweihundert Meter weiter hatten wir vorne rechts einen Platten. Ich fluchte kurz, dass der nicht kommen konnte, während wir noch auf dem Parkplatz standen, bzw. dass wir ihn überhaupt hatten. Aber dann lief sofort wunderbare Team-Arbeit an. Wir sind da inzwischen klasse eingespielt:

Zuerst holt Andreas einen dieser Aluböcke und ich mein Buch. Andreas hebt die Zugmaschine an und ich schiebe die Alustütze samt Buch darunter, so dass das Gefährt aufgebockt ist und das Rad frei hängt. Während Andreas Mantel und den Schlauch runter macht, hole ich unser Klo aus dem Wagen, die Warnweste aus der Seitentasche und laufe ein Stück die Straße zurück, um die Weste über das Klo zu legen. Das ist sozusagen das „Warn-Dreieck“. Andreas legt einen neuen Schlauch ein und zieht den Mantel wieder auf, während ich zusätzlich zum Warn-Dreieck am Straßenrand stehe, um den Verkehr, der von hinten kommt, etwas zu verlangsamen. Das funktioniert auch recht gut. Viele Autofahrer und LKW-Fahrer bedanken sich dafür, dass man sie rechtzeitig warnt. Und ich bin froh, dass Andreas da vorne dann sicherer ist.
Bald war der Platten behoben und wir konnten weiterfahren. Wir sind ja sowieso mittlerweile froh, wenn es einfach „nur“ ein Platten ist. Und die Betonung liegt auf „ein“…
Bei einer weiteren Pause am Nachmittag beschlossen wir, nach Au an der Donau zu fahren und dort zu übernachten. Dort haben wir auf dem Hinweg schon beim Vereinsheim des Tennisclubs übernachtet. Dort wollten wir fragen, ob wir nochmal dort stehen und duschen dürften. Außerdem wusste ich vom letzten Mal, dass ich da mit Casper super Gassi gehen könnte.

Als wir in Au an der Donau ankamen, war auch wieder viel Betrieb auf den Tennisplätzen. Andreas fand den „Chef“. Der war sofort einverstanden. Wir konnten wieder am selben Platz stehen und auch die Dusche benutzen.

Es war ein schöner Tag. Wir haben heute 100 Kilometer geschafft, stehen wieder an einem guten Platz mit Erlaubnis und die Akkus sind zu etwa 85 % voll.

Morgen soll es nicht ganz so sonnig sein und gegen Nachmittag könnte es regnerisch werden. Wir werden also wohl zwischendurch laden müssen und morgen Abend könnte es auch schwieriger sein, einen guten Platz zu finden. Eine Lademöglichkeit und ein Dach wäre nicht schlecht. Mal sehen, was sich finden lässt.