Als wir morgens in Elkes Küche kamen, um zu frühstücken, fanden wir einen super lieben kleinen Brief an uns. Elke hatte uns schon Geschirr und Besteck für das Frühstück bereitgestellt und Getränke für uns gekühlt, die wir auf die Reise mitnehmen sollten. Erneut waren wir überwältigt von so viel Gastfreundschaft.

Nach dem Frühstück packten wir alles zusammen. Wir wollten vor der Abfahrt noch bei Jasmines Mann Bernd vorbeischauen, der heute in der Radwerkstatt arbeitete.

Ich machte mit Casper den Spaziergang dorthin und Andreas kam mit dem Fahrzeug nach.

Vor der Radwerkstatt bestaunte nicht nur Bernd, sondern auch so mancher Kunde unser Fahrzeug und vor allem den super durchdachten Wohnwagen.

Auch Jasmine kam mit Tochter Mia noch dazu und sogar Elke trafen wir noch an. Sie war direkt nach der Arbeit zur Radwerkstatt gekommen, um uns zu verabschieden, bevor wir die Weiterreise antraten.

Unser Weg führte uns bis Bruck an der Mur die gleiche Strecke zurück, die wir auch nach Knittelfeld gekommen waren.

Als wir mal rechts ranfuhren, weil wir eine Pipipause brauchten, hielt ein schwarzer Citroen Van vor uns. Ein Mann und eine Frau stiegen aus und sagten:“ Wir haben Sie heute Morgen im Internet gesehen. Sie waren doch bei Willibald in Knittelfeld!“ Und dann schauten sie sich das Gefährt live an und posierten vor dem Gespann, um sich fotografieren zu lassen. Sie drückten mehrmals ihre Begeisterung aus, da sie auch Camper sind. Als alles ausreichend inspiziert und bewundert war, stiegen sie in ihren Van und fuhren weiter.
Süß ist auch, dass uns ganz oft Jugendliche zuwinken und die Daumen hochhalten, um mitzuteilen, dass sie cool finden, was wir da machen. Bis jetzt kam immer nur sehr positives Feedback, wenn uns jemand auf unser Fahrzeug oder den Wohnwagen angesprochen hat.
In Bruck an der Mur bogen wir schließlich Richtung Graz ab und folgten einer kleineren Straße neben einer Autobahn oder Kraftfahrstraße, die ebenfalls nach Graz führt. Von Graz aus wollen wir dann weiter Richtung Slowenien.
In der Mittagspause sprach uns ein Mann auf unser Fahrzeug an. Andreas zeigte ihm alles und wir unterhielten uns eine ganze Weile mit ihm, denn das Gespräch war sehr angenehm.

Beim Tandem hörten wir ja öfters mal den (wohlgemerkt ziemlich blöden) Spruch: „Die hinten tritt nicht!“ Es ist uns aufgefallen, dass wir diesen Spruch mit dem neuen Gefährt erst ein einziges Mal gehört haben. Interessant!
Ungefähr 14 Kilometer vor Frohnleiten sahen wir ein Stück vor uns ein Auto am Wegesrand stehen. Zwei Männer standen davor und einer davon bedeutete uns, dass wir auch rechts ranfahren sollten. Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte ich, ob das vielleicht die Polizei in Zivil sein könnte. Aber dann erkannten wir den „gelben Engel“ vom ÖAMTC Kapfenberg, der uns erlaubt hatte, dort über Nacht zu stehen, uns ein Stromkabel brachte und uns bei den Personal-Umkleiden duschen ließ.

Er hatte uns gesehen und zu seinem Begleiter gesagt:“ Jetzt kannst du mal was sehen!“. Ja, sein Begleiter war auch total begeistert. Der „gelbe Engel“ (schade, dass wir ihn nicht nach seinem Namen gefragt haben) gab uns dann den Tipp, in Schrauding auf einen kleinen Campingplatz bei einem ehemaligen Bauernhof zu gehen. Das passte ganz gut, denn wir würden auf jeden Fall Strom brauchen. Es war nämlich Regen angekündigt. Obwohl wir heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein losgefahren sind, zog es immer mehr zu.

Kaum hatten wir den Campingplatz erreicht, fing es an zu tröpfeln. Wir setzten uns mit Casper in das dazugehörige Wirtshaus und bestellten uns etwas zu trinken und eine Portion Pommes. Ein paar andere Gäste des Campingplatzes saßen auch in der Stube. Eine Weile später gesellte sich noch eine Seniorengruppe zum Kartenspielen dazu.

Der Eigentümer des Campingplatzes tat sich ein bisschen schwer damit, als was er unser Fahrzeug eingruppieren sollte. Er meinte noch:“ Das muss ich unbedingt fotografieren. So was habe ich noch nie gesehen!“. Diesen Satz hören wir ganz oft.

Auf dem Supermarktparkplatz erzählte uns heute eine Frau, dass auf Kuba gerade ganz viele Fahrzeuge auf Solarenergie umgerüstet werden würden, weil der Sprit so teuer geworden ist. Ja, wir freuen uns gerade jeden Tag darüber, dass wir bis mindestens Ende nächsten Jahres gar kein Auto haben. Auf dieser Reise hätten wir mit einem Auto bis jetzt schon mindestens 200 Euro für Sprit ausgegeben. Die haben wir schon mal gespart. Da gehen wir auf der Reise zwischendurch lieber mal essen.
Heute packten wir unser Zugfahrzeug übrigens vorsichtshalber mit einer Plane ab. Es regnete zwar nicht stark, aber sicher ist sicher. Wir haben schon mal gedacht, dass wir die Plane nicht brauchen. Und am nächsten Morgen war unser „GRädel“ so verdreckt wie nie zuvor.

Wenn der Regen aufgehört hat, werden wir duschen gehen. Es gibt insgesamt zwei Duschen für alle Gäste, aber es ist zum Glück nicht viel los. Es wird auch eine ruhige Nacht werden.
Nach den 78 gefahrenen Kilometern heute, sind wor übrigens nur noch etwa 100 Kilometer von der Grenze nach Slowenien entfernt.
Na ihr erlebt Sachen 😚😚😚😚 Folge euch gerne wieder täglich! Es war sooo schön mit euch heute 💕 lg Jasmine
Großartig. Ich möchte Eure Radreise gerne verfolgen. Ich bin beeindruckt. Alles Gute.