Ersehntes Wiedersehen

Als wir diese Reise in verschiedene ost- und mitteleuropäische Länder planten, stand ein Ziel von vornherein fest: Knittelfeld – genauer gesagt die Radwerkstatt Willibald. Denn das ganze Team dieser Radwerkstatt hatte uns auf unserer Reise durch die Alpen dabei geholfen, dass wir wegen eines Problems mit der Bremse nicht abbrechen mussten, sondern unsere Reise fortsetzen konnten.

Wir freuten uns wahnsinnig darauf, Jasmine, Bernd und besonders den Auszubildenen Alexander wiederzusehen. Alexander wird in wenigen Wochen seine Ausbildung beendet haben. Damals war er gerade im ersten Lehrjahr und verpasste sogar zwei Busse, um gemeinsam mit Andreas das Problem an der Bremse zu lösen.

Morgens früstückten wir aber erst noch gemütlich bei dem wunderbaren Platz, an dem wir übernachtet hatten. Ein Mitarbeiter des österreichischen ADAC kam mit seinem Roller angefahren, hielt neben uns und fragte:“Darf ich fragen, was ihr hier macht?“ Als ich ihm erklärte, dass wir hier übernachtet und wir vorher die Erlaubnis eingeholt haben, war es für ihn okay. Er war wahrscheinlich einfach überrascht, über das was da unter dem Dach stand. Er fuhr weiter und kam dann später nochmal wieder, um ein bisschen mit uns zu reden und sich näher über unsere Reise und unser Gespann zu erkundigen. Er meinte sogar zum Abschied, wir könnten gerne wieder kommen, wenn wir wieder einmal hier vorbei kämen.

Gestartet wurde mit vollen Akkus. Andreas hatte sich schon Plätze ausgesucht, an denen wir diese zwischendurch laden könnten, aber das war dann gar nicht nötig. Die Sonne machte heute nämlich ihren Job ganz vorzüglich.

Beim letzten Anstieg, der uns noch von Knittelfeld trennte, gab es nochmal eine kleine Schiebe-Passage. Diese bewältigten wir aber alleine. Andreas bleibt in solchen Fällen vorne am Steuer. Ich stelle meinen Motor auf die höchste Unterstützungsstufe, steige ab und gehe nach hinten zum Anhänger. Andreas zählt auf drei und ich schiebe, während er vorne so kräftig wie möglich in die Pedale tritt.

Das hat heute bestens funktioniert und als wir einen Parkplatz oben auf der Kuppe erreicht hatten, gab es erstmal eine Kaffeepause und einen Spaziergang mit Casper.

Die Mittagspause verbrachten wir in einem Dorf beim Gemeindehaus. Unter einem Baum standen ein Tisch und Bänke, die wir für unser Päuschen in Beschlag nahmen. Nebenan gab es ein kleines Geschäft. Ich kaufte dort eine Kleinigkeit zu essen ein, während Andreas draußen die Fragen mehrerer Passanten beantwortete.

In dem Dorf hätte es auch eine kostenlose E-Bike-Ladestation gegeben. Diese mussten wir aber nicht benutzen, denn die Akkus waren voll. Perfekt!

Anschließend radelten wir ganz gemütlich dahin, während wir unsere Blicke rechts und links auf die grünen Wiesen und die dahinterliegenden Berge schweifen ließen. Ich wunderte mich, dass die Wiesen so grün aussahen. Denn hier hatte es ja auch in der letzten Zeit viel zu wenig geregnet.

Kurz nach 15 Uhr rollten wir auf den Hof der Radwerkstatt Willibald. Jasmine kam gleich heraus, um uns zu begrüßen. Die Wiedersehensfreude war riesig. Andreas entdeckte auch Alexander sofort, der uns damals so wunderbar geholfen hat.

Jasmine versorgte uns gleich mal mit kühlen Getränken. Während wir die tranken konnten wir miterleben, mit wie viel Herzblut sie bei der Arbeit ist. In dem Geschäft wird Kundenorientierung und Wertschätzung richtig gelebt.

Weil Jasmine ja noch bis 18 Uhr arbeitete, ging ich mit Casper im Park nebenan eine Weile spazieren. Dann fuhren wir zu Jasmines Mama Elke, die in einem 4-Parteien-Haus ganz in der Nähe der Radwerkstatt wohnt. Jasmine hatte ihre Mutter gefragt, ob wir auf dem Rasen neben dem Haus über Nacht stehen könnten. Elke war sofort einverstanden. Wir durften gleich mal duschen und die Wäsche waschen. Als Jasmine mit der Arbeit fertig war, kam sie auch und brachte leckere Sachen für ein Abendbrot mit. Außerdem hatte sie ein mega tolles „Care-Paket“ mit vielen Leckereien für unsere weitere Reise dabei.

Wir aßen gemeinsam und plauderten, bis es für Jasmine Zeit war, nach Hause zu ihrer Familie zu fahren. Andreas und ich benutzten nochmal das Badezimmer in Elkes Wohnung und gingen dann raus zu unserem Schlafgemacht.

Und hier ist wieder mal ein Beispiel von wunderbarer Gastfreundschaft und auch von großem Vertrauen: Elke hat uns ihren Wohnungsschlüssel in die Hand gedrückt, damit wir nachts auf die Toilette gehen können. Außerdem muss sie morgen ganz früh zur Arbeit gehen und dann können wir noch in ihrer Küche frühstücken und unsere Sachen aus dem Kühlschrank holen, die sie für uns zur Kühlung dort hineingetan hat.

Mal Hand auf’s Herz – wie viele Menschen würden so was machen bei Leuten, denen sie vor wenigen Stunden das erste Mal begegnet sind…?

Zum Schluss des heutigen Beitrags beantworten wir noch die Frage, die uns Harri gestellt hat. Er möchte wissen, ob wir Ferrofluid in den Nabenmotoren zur besseren Kühlung haben. Ja – Ferrofluid haben wir.

Aber die „Hub sinks“ Kühlkörper haben wir nicht. Andreas kennt das gar nicht, aber möchte gerne mehr dazu erfahren. Harri, schreib uns gerne mehr dazu.


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3 Kommentare zu “Ersehntes Wiedersehen”

  1. Guten Morgen,freut uns dass es euch gut geht und wenig Pannen habt.Jeden Morgen ist euer Tagesbericht unsere Morgenlektüre. Wir schweben dann in alten Zeiten.Alles,alles Gute für die Weiterfahrt,bleibt gesund.🍀💐👌👍🫶🚴‍♂️🐈

  2. Hallo Europa-Radler,
    Die Info über die „Hub sink“ von Grin habe ich auch aus dem Velomobilforum. Jetzt habe ich noch mal nachgeschaut und gelesen, dass die Kühlkörper nicht auf alle Nabenmotoren passen, zum Beispiel die „Grin All Axle“. Aber genaueres kann euch bestimmt EBS-Heidelberg sagen.
    Grüße, gute Fahrt und gesundes Nachhausekommen wünscht euch Harri

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