Als wir heute Morgen aus unserem Wagen stiegen, war schon ein „neuer“ Mitarbeiter des ÖAMTC in der Werkstatt. Ich hatte überhaupt nicht bemerkt, dass er hergefahren ist. Das bedeutet, dass ich gut und tief geschlafen habe. Sehr gut.
Der junge Mann, der gerade an einem Auto arbeitete, war auch super freundlich. Andreas durfte in der Werkstatt das Kaffeewasser kochen, wir durften die Toilette benutzen und für das Frühstück die Gartenmöbel benutzen, die am Hintereingang standen.

Nach dem Start waren es nur noch ganz wenige Kilometer bis zur slowenischen Grenze.

Der Grenzübertritt war komplett unspektakulär. Ich dachte, wir müssten vielleicht Caspers Impfpass zeigen und hatte gestern extra nochmal kontrolliert, ob wir sowohl unsere Pässe als auch Caspers Impfpass griffbereit hätten, falls wir kontrolliert werden würden. Aber an dem Grenzhäuschen war weit und breit niemand zu sehen. Auch recht.
Die Fahrt durch Slowenien dauerte allerdings nicht lange. Kaum waren wir in dem Land, verließen wir es auch schon wieder nach nur 35 Kilometern, um nach Kroatien einzureisen.

Bevor wir allerdings nach Kroatien gelangten, fuhren wir durch ein kleines slowenisches Städtchen. Wir sahen ganz viele Leute, die sich gegenseitig auf unser Gespann aufmerksam machten und uns zuwinkten. Schnell wurde nach den Handys gegriffen, um ein Foto von uns zu machen.
Als wir später auf ein Dorf zufuhren, überholte uns ein schwarzer Mercedes. Kurz danach verlangsamte er die Geschwindigkeit und er setzte den Blinker. Ich sagte zu Andreas: „Wetten, dass er da vorne irgendwo auf uns wartet?“ Andreas meinte, er sei wohl tatsächlich abgebogen, aber ich hatte recht – als wir um die Kurve bogen, stand das Auto am Straßenrand und sowohl der Fahrer als auch die Beifahrerin hielten ihre Handys in unsere Richtung. Dann überholten sie uns ein zweites Mal und fotografierten oder filmten uns nochmal, während sie begeistert die Daumen nach oben hielten.
Heute gingen wir auch tatsächlich mal essen. Und zwar noch in Slowenien. Wir entdeckten ein Restaurant, in dem außer uns lauter Einheimische saßen. Ich habe mal gehört, das sei ein gutes Zeichen, wenn die Leute, die dort wohnen selbst hingehen und nicht nur die Touristen. Wir wurden sehr freundlich bedient und das Essen hat uns auch gut geschmeckt.
Nach dem Essen ging die Fahrt weiter und kurz darauf waren wir aus Slowenien auch schon wieder draußen.

Kroatien ist komplettes Neuland für mich. Ich war noch nie in dem Land. Außerdem war ich gespannt, wie es mit der Verständigung funktionieren würde. Wir können nämlich kein Wort kroatisch.
Am Nachmittag entdeckten wir eine Eisdiele. Der Preis für eine Kugel Eis war erfreulich günstig und wir gönnten uns jeder zwei Kugeln. Als ich nach etwas Wasser für Casper fragte, wurde mir auf englisch gesagt, dass der Hund aber nicht auf die Terrasse dürfe, sondern auf dem Parkplatz bleiben müsse. Da war aber kein Schatten. Auf keinen Fall würden wir Casper in die Sonne setzen. Also suchten wir uns einen Platz ganz am Rand dieser Terrasse und legten Caspers Decke direkt daneben. Er war dann zwar gerade nicht mehr auf der Terrasse, aber bei uns und auch im Schatten. Man muss sich eben zu helfen wissen.

Wir waren sehr gespannt, wo wir heute einen Platz für die Übernachtung finden würden und wollten deshalb früh danach Ausschau halten. Wenn man zu spät anfängt zu schauen, macht uns das nur Druck und Stress. Das galt es unbedingt zu vermeiden. Außerdem hatten wir sowieso schon 78 Kilometer auf dem Tacho.
In einem kleineren Ort befand sich der Friedhof direkt an der Ortsdurchfahrt. Davor war ein recht großer Parkplatz. Wir beschlossen, hier zu bleiben. Denn hinter dem Friedhof begann auch ein Feldweg, dem man für den Spaziergang mit Casper schön lange folgen konnte. Perfekt.
Während ich mit Casper beim Spaziergang war, kam ein Mann mit einem großen Greifvogel und einem Hund vorbei. Er erklärte Andreas, dass er mit dem Vogel Hasen und Fasane jagen würde. Das Gespräch mit dem Mann war übrigens auf Deutsch.

Als es schon dämmrig wurde, kam auch noch eine Frau und fragte Andreas auf deutsch, ob wir etwas bräuchten. Er antwortete, ein kühles Getränk wäre super. Sie verschwand und kam kurz darauf mit zwei Dosen Bier, einer riesigen Flasche Pepsi und Fruchtgummis zurück. Ihr Sohn, der auch mitgekommen war, brachte sogar zwei Hundekekse für Casper mit.
Die Frau erklärte uns, sie habe mal in Baden-Baden gewohnt und in Hügelsheim gearbeitet. Beides ist gerade mal ca. 30 Kilometer von unserem Zuhause weg.
Sie erzählte uns auch, ihr Sohn wäre vorhin nach Hause gekommen und hätte ihr gesagt, am Friedhof würden Leute campen. Sie sagte ihm, dass er das bestimmt falsch gesehen hätte, aber er bestand darauf, dass es stimmte. Also ging sie nachschauen und da waren wir…
So kam es, dass sie Andreas ansprach. Sie bedauerte, dass sie uns nicht früher entdeckt hat. Sonst hätte sie uns gerne heute Abend zu ihrer Familie nach Hause eingeladen.

Auf jeden Fall freuten wir uns sehr über den super freundlichen Besuch, die kühlen Getränke und die Süßigkeiten. Ich denke, dass wir hier auf dem Friedhofsparkplatz von Donji Kraljevec auch gut schlafen können.