Um 7:30 Uhr startete unsere letzte Etappe dieser Frankreichreise. Sogar zu dieser frühen Stunde war schon klar, dass es sehr schnell sehr heiß werden würde. Unsere längste Etappe stand an: 145 Kilometer.
Etwa auf der Höhe von Colmar mussten wir an einem Kreisverkehr ordentlich bremsen, um einer Autofahrerin nicht die Vorfahrt zu nehmen. Plötzlich fuhr unser Anhänger mit einem dumpfen Knall auf das Heck der Zugmaschine auf. Andreas lenkte unser Gefährt auf den Seitenstreifen und besah sich den Schaden. Die Deichsel war eingerissen und ordentlich verbogen. Sie hat am Ende der enormen täglichen Belastung nicht standgehalten.

Schon fürchtete ich, dass das nun doch nicht die letzte Etappe werden würde. Aber wieder hatten wir Glück. Unser Fahrzeug stand nur wenige Meter von einem Auto entfernt. Darin saß ein Landwirt, der die Bewässerung seines Maisfeldes einstellte. Andreas ging zu ihm und fragte, ob er schweißen könne, weil wir ein technisches Problem hätten.

Der Mann sprach elsässisch und meinte, er könne nicht schweißen, aber ein bisschen „brutzeln“ könne er.

Andreas erwiderte, das würde für’s Erste schon genügen. Er schraubte die Deichsel ab und fuhr mit dem Mann zu seiner Halle, in der seine landwirtschaftlichen Geräte standen. Die Halle war vom Maisacker nur einen Kilometer entfernt.

Schon etwa eine halbe Stunde später kamen die beiden mit der provisorisch reparierten Deichsel zurück.

Die Fahrt konnte weiter gehen. Es waren immer noch mehr als 100 Kilometer zu fahren.

Und das lief bis zum Nachmittag folgendermaßen ab: ein Stück fahren, abkühlen, ein Stück fahren, abkühlen… Für die Abkühlung nutzten wir heute neben Brunnen auch Mais-Beregnungsanlagen.



Als wir bei Rhinau die Fähre nach Deutschland nahmen und in Kappel-Grafenhausen ankamen, machten wir ein paar Stunden Pause.

Es gab etwas zu essen und danach dösten wir im Schatten eines Baumes neben der Kirche.


Gegen 17 Uhr trauten wir uns wieder in den Backofen hinein. Es waren nur noch 54 Kilometer. Also verschafften wir uns nochmal eine Abkühlung am Wasserhahn des Friedhofs und es ging weiter.

Die letzten Kilometer zogen sich dann wirklich noch dahin. Das Ziel ist schon so nah und trotzdem hat man das Gefühl, es ginge nicht schnell genug.

In Wagshurst angekommen, fuhren wir allerdings gar nicht direkt nach Hause, sondern zu Karin und Karl-Heinz, die neben der Kirche wohnen und uns einen mega herzlichen Empfang bereiteten.
Sie hatten extra für uns unsere Lieblingsgetränke kalt gestellt und ein Abendessen vorbereitet. Aber vorher durften wir noch ihre Gartendusche benutzen, so dass wir herrlich erfrischt und wohl riechend mit den beiden zusammensitzen konnten.


Als es Zeit war, die letzten paar Meter zu unserem eigenen Häuschen zu rollen, begleiteten uns die beiden noch. Auch die Hunde Marie und Lui kamen mit.


In den letzten fünf Wochen haben wir etwa 2.200 Kilometer mit unserem „Kettcar“ und der „Roulotte“ zurückgelegt. Unzählige Male wurden wir fotografiert oder gefilmt. Menschen haben auf unterschiedliche Weise ausgedrückt, dass sie uns mit unserem Gefährt super finden. Es sind uns extrem freundliche und hilfsbereite Menschen begegnet. Wir kamen gesund und eigenständig wieder nach Hause. Und dafür sind wir sehr dankbar! Leider kann ich meinem Vater nun nicht mehr von unseren Erlebnissen berichten. Aber ich habe während der Reise ganz oft an ihn gedacht und mir überlegt, was er wohl zu bestimmten Situationen gesagt hätte. Seit unserer Abreise sind fast fünf Wochen vergangen – Zeit vergeht, Erinnerungen bleiben.
Vielen Dank allen, die uns auf dieser Reise begleitet haben. Die uns motiviert und ermutigt haben. Die uns auf irgendeine Weise unterstützt haben.
Wir werden die nächsten fünf Wochen zu Hause sein und versuchen, diese Hitzewelle zu überstehen. Von August bis Oktober ist dann nochmal eine Reise geplant. Wir laden euch jetzt schon ein, auch wieder mitzureisen.
Herzlichen Glückwunsch Ihr Lieben! Auch heute haben wir wieder mit gefiebert und wir freuen uns mit euch über die tolle Reise! Eure Roulotte und Grätl haben sich super geschlagen, von euch Beiden und Casoer ganz zu schweigen. Und liebe Ilona: Danke für den tollen Blog🤗
Das war bestimmt ein Tag voller Adrenalin!
Glückwunsch zu diesem Kraftakt und danke für die Teilhabe!
ich freu mich mit euch dass ihr wieder gut im rote hiesl ankomme seid,ich glaub,des war eure heisseste tour,herzliche grüsse und danke für infos und bilder zum mitreisen, gabi
Vielen lieben Dank, dass wir euer großes Abenteuer miterleben durften. 🫶
Ich habe zu Anfang schon ein bißchen mit gezittert, ob dieses „Gefährt mit Überlange“ eine Frankreich- Rundreise überstehen würde?!! 🧐
Dank des genialen Baumeisters Andreas hat die Technik aber durchgehalten – super!👏
…und das immer positiv gestimmte Radel-Team selber hat trotz der anstrengenden Schlussetappen die Reise ebenfalls mit Bravour beendet 👍 – wir haben im Schatten sitzend mitgelitten. 🥵
Liebe Ilona, danke für deinen tollen lesenswerten Blog. ♥️
Liebe Grüße aus dem Münsterland
Heribert & Susanne
Hallo ihr Lieben,
dass ihr sogar mit Glockengeläut zuhause begrüßt werdet ist klasse Timing!
Wirklich eine tolle Reise, die ihr erleben konntet. Danke fürs Mitnehmen 🙂
Bis bald, Martina
Diese heiße Reise wird euch sicher gut in Erinnerung bleiben. Vielen Dank für eure Berichte! Wir haben mit euch geschwitzt! 😅
Und schön, dass ihr alle drei gesund und munter wieder da seid!
Hallo ihr drei auch ein Gruß aus Berlin. auch wenn mir selber gerade viel unterwegs sind, haben wir eure Berichte gerne mit gelesen. Mit viel Respekt vor der außerordentlichen Leistungen und Dank Für das einbeziehen in eure Erlebnisse wünschen wir euch alles Gute und einen kühlen Kopf behalten. Andrea und Friedhelm
Herzlichen Glückwunsch, haben die Reise gerne verfolgt.
Reiner und Marion
Ihr habt die Gluthitze gut überstanden – wir sind noch mittendrin.
Glückwunsch zu eurer abenteuerlichen Reise und dem gesunden Nachhausekommen – das ist bei solchen Bedingungen (Wetter und Technik) nicht selbstverständlich.
So was wie jetzt haben wir selten erlebt, zuletzt in Südfrankreich oder Spanien, aber doch nicht hier in Niederlande. Mit dem sehr frühen Aufbrechen klappt‘s trotzdem nicht, dafür kürzen wir lieber die Strecken…
Beste Grüße, Stefan & Anja 😅