Wenn man in der vergangenen Nacht mal raus musste, um Pipi zu machen, musste man sich vorher gut überlegen, wo man das tat. Es gab überall auf dem Gelände der Gemeinde riesige Strahler wie in einem Fußballstadion. Und die waren mit Bewegungsmeldern ausgestattet. Wenn man sich also nicht einigermaßen geschickt anstellte, hockte oder stand man beim Wasserlassen mitten im Rampenlicht…
Wir können es fast nicht glauben, dass wir schon drei Wochen unterwegs sind. Wir haben uns schon eine richtig schöne Reise-Routine zugelegt. Jeder hat so seine Aufgaben und das läuft sowohl während der Fahrt als auch bei allem drumherum wunderbar. Casper hat sich auch inzwischen gut an das Nomadenleben gewöhnt. Für ihn ist der rote Wagen schon irgendwie das Zuhause geworden. Er genießt das Kontaktliegen im Wohnwagen sehr.

Heute Morgen beim Frühstück war es noch ziemlich kühl. Das macht aber nichts. Die Temperaturen momentan sind uns sehr recht. Nachts kann man super schlafen und tagsüber ist es angenehm.


Aus früheren Reiseerfahrungen haben wir gelernt, unbedingt immer genug Wasser an Bord zu haben. Lieber schleppen wir 10 Liter mit, als nur einen. Der Wasservorrat muss ja gegebenenfalls abends noch für die Dusche reichen. Den Nachschub holen wir meist auf dem Friedhof. Es ist uns bisher nur einmal passiert, dass es auf dem Friedhof kein Wasser gab.

Die Fahrt heute war ziemlich hügelig, aber sehr schön. So ist es eben in der Auvergne. Da geht es rauf oder runter. Flach gibt es eigentlich nicht. Rechts und links des Weges gab es oft Steinmauern oder Hecken, hinter denen man die Kühe auf der Weide wiederkäuen sah. In so maches altes Gebäude am Wegesrand hätte ich gerne mal einen Blick geworfen.


Es macht sehr viel Spaß, den ganzen Tag einfach das auf sich wirken zu lassen, was man sieht. Und ich habe das Gefühl, deutlich mehr wahrzunehmen als sonst. Natürlich riecht Holz zu Hause auch nach Holz und Heu riecht nach Heu. Aber schon ganz oft auf dieser Reise sagte plötzlich einer von uns: „Hast du das auch gerochen/gesehen/gehört?“

Man kann sich wahrscheinlich mehr auf das einlassen, was um einen herum passiert, weil man im Kopf keine To-do-Listen durchgeht.

Wir haben schon wieder einen guten Platz für die Übernachtung gefunden. Es ist zwar an der Straße, aber nachts wird hier wohl nichts los sein. Super ist, dass die Toiletten im Gemeinehaus öffentlich und jederzeit zugänglich sind. So können wir diese benutzen und uns am Waschbecken waschen. Es muss also nicht erst mit dem Spirituskocher Wasser erhitzt werden. Das ist auch das Schöne an so einer Reise – man freut sich riesig über Kleinigkeiten, die man sonst gar nicht mehr wahrnimmt.



Danke wieder mal für eure Berichte, spannend und interessant auch ohne tägliche Megahighlights. Bleibt bewahrt und guten Mutes, Friedhelm