Platten Nummer 2

Direkt nach dem Aufstehen machten wir zu dritt einen Spaziergang zum Bäcker. Casper und ich liefen auf dem Rückweg noch einen Umweg, während Andreas schon mal den Kaffee kochen wollte.

Als wir zurück kamen, sah ich aber keinen Kaffee, sondern einen genervten Andreas (was wirklich selten vorkommt). Er fand das Feuerzeug für den Kocher nicht und wir hatten ja keinen Strom. Aber auch diesmal ließ das Glück nicht lange auf sich warten. Auf dem Tennisplatz war schon Betrieb. Einer der Spieler ließ Andreas im Clubgebäude Wasser mit dem Wasserkocher erhitzen.

Während des Frühstücks hatten wir viel Besuch. Die Stelle, wo wir standen war auch bei Hundebesitzern sehr beliebt. Und wenn sie schon mal da waren, gratulierten sie uns gleich noch zu unserem Wohnwagen, oder stellten Fragen dazu.

Als wir gerade dabei waren, zusammen zu packen, kam eine junge Frau auf einem coolen Fahrrad angefahren. Hinter ihrem Sattel war eine Sitzbank für Kinder. Sie hatte damit gerade ihre Töchter zur Schule gebracht. Ihr Mann war vorher an unserem Fahrrad mit Wohnwagen vorbeigejoggt. Als er wieder zu Hause war, erzählte er seiner Frau davon und sagte ihr, dass sie sich das unbedingt anschauen sollte. Die junge Frau heißt Ursula. Sie und ihr Mann Xavier haben als Hochzeitsreise eine Radreise von Istanbul nach England gemacht. Wir finden das unglaublich cool!

Ursula bot uns an, unsere Powerbank aufzuladen, während wir weiter packten. Sie beschrieb uns, wo sie und Xavier wohnen. Als wir abfahrbereit waren, fuhren wir zu dem Haus. Während ich total begeistert vom Garten war, entdeckte Andreas eine Solex im Schuppen, was in ihm Erinnerungen an seine Jugendzeit weckte. Xavier hingegen war hin und weg von unserem Gefährt. Er sprühte vor Begeisterung und sagte:“Wow! Amazing! This is German engineering!“

Sie schenkten uns für die Weiterreise eine Flasche selbst eingekochten Apfelsaft, worüber wir uns sehr freuten. Auch unseren Wasserkanister füllten sie auf und ich durfte in ihrer Küche unser Frühstücksgeschirr spülen.

Es fiel uns schwer, uns wieder loszureißen, aber wir freuten uns auch schon sehr auf Elisabeth und Dietmar, die wir heute wiedersehen würden. Die beiden wollten uns mit ihrem Bambuk entgegen kommen.

Als wir in einem kleinen Ort vor dem Rathaus einen Kaffeestopp einlegten, stellte Andreas plötzlich fest, dass am linken Vorderrad am Fahrzeug ein Reifen platt war.

Zum Glück hatten wir noch einen Ersatzschlauch. Im Handumdrehen waren wir wieder startklar.

Pünktlich zur Mittagspause kamen wir in Les Andeleys an. Vorher waren wir am Haus und Garten von Claude Monet vorbeigefahren. Heerscharen von Menschen drängten auf das Gelände. Das war nichts für uns, obwohl ich gerne einen kurzen Blick in den Garten geworfen hätte.

Auch wenn wir das Haus von Monet nicht gesehen haben, sahen wir ganz viele schöne Häuser mit den senkrecht verlaufenden Holzbalken, wie sie in der Normandie typisch sind.

Als wir an der Uferpromenade in Les Andeleys ankamen, durfte zuerst Casper sich die Beine vertreten und sich in einem Bach abkühlen.

Danach gab es für Andreas und mich ein Mittagessen, bevor wir mit Elisabeth und Dietmar zu dem Campingplatz zurückfuhren, wo sie mit ihrem Auto und Wohnwagen seit gestern stehen.

Auf dem Campingplatz wechselte Andreas die hinteren Fahrradmäntel am Fahrzeug. Das war aber eine geplante Wartung und kein Notfall.

Ich ging zuerst mit Casper am Fluss spazieren und half dann Elisabeth und Dietmar bei der Vorbereitung des Abendessens, zu dem uns die beiden einluden.

Es gab Nudeln mit Thunfisch, Paprika und Zwiebeln. Der schöne Abend ging unheimlich schnell vorbei.

Müde und zufrieden legten wir uns in den Wohnwagen, in dem Casper schon eine Weile schlief und hofften, dass es bald kühler werden würde.


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5 Kommentare zu “Platten Nummer 2”

  1. Hallo ihr drei, wie immer ein schöne Bericht. Schön das ihr wieder mit Elisabeth und Dietmar zusammen seid. Wünsche euch weiterhin viel Spass und Glück auf der Reise.
    Bleibt behütet.

    1. Auch von uns ein Grüßle, schön eure Berichte zu lesen! Wir hatten eine sehr schöne Tour in der Toskana. Andrea und Friedi

  2. Hallo,wir wünschen euch eine schöne pannenlose Weiterfahrt und grüße
    Elisabeth und Ditmar und morgen einen schönen Sonntag.Grüße Angelika und Hans

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