Schmoren im eigenen Saft

Ich wurde heute Morgen wach, noch bevor der Wecker um sechs Uhr klingelte. Zu meiner Freude war es sogar angenehm kühl.

Die Freude währte allerdings nicht lange. Schon beim Frühstück kletterte das Thermometer nach oben und nochmal während des Morgen-Spaziergangs.

Im Moment ist unsere Devise: zusehen, dass wir bis zum Mittag so weit wie möglich kommen und dann den Nachmittag und Abend durchstehen, bis es nachts endlich etwas erträglicher wird.

Was die Wahl des Übernachtungsplatzes betrifft, gibt es jetzt nur noch zwei wichtige Kriterien: Schatten und Wasser. Alles andere ist „nice to have“, aber nicht unbedingt erforderlich.

Gerade ist die Reise anstrengend, aber es ist eben eine Reise und kein All-inclusive-Urlaub. Bei unserer Art zu reisen sind auch Herausforderungen normal. Wenn man mehr als einen Monat unterwegs ist, kommen unweigerlich auch anstrengende Situationen, mit denen man fertig werden muss.

Nicht umsonst ist der erste Satz, den man auf unserer Webseite angezeigt bekommt:

Wahres Reisen heißt entdecken – die Welt und sich selbst!

Und das bedeutet für uns nun, irgendwie einen „kühlen Kopf“ zu bewahren, um Wagshurst jeden Tag ein Stückchen näher zu kommen und sich dabei trotzdem immer noch auf die vielen schönen Dinge einzulassen, die uns jeden Tag begegnen.

Heute zum Beispiel haben wir einen jungen Mann getroffen, der mit einem kleinen Solarboot nach Marseille unterwegs ist, was einen Monat Zeit in Anspruch nehmen wird. Er hat mir gezeigt, wie seine Schlaf-Pritsche unter dem Dach aufgehängt ist. Wenn er schlafen möchte, kann er sie herunterlassen. Auf allen Seiten des Bootes kann er Vorhänge zuziehen, damit er Privatsphäre hat. Auch ein Fahrrad fand auf dem kleinen Boot Platz. Besonders süß fand ich die Blumengirlanden, die auch am Boot angebracht waren. Das Ganze wirkte einfach unglaublich sympathisch. Der junge Mann fand auch unser Gefährt super. Je länger er es sich anschaute, desto größer wurde seine Begeisterung.

Als mittags 80 Kilometer auf unserem Tacho standen, wurde es Zeit, den Schattenplatz zu suchen. Die Gemeindehalle von Saint-Loup-Geanges war schnell als passend identifiziert.

Denn das große Vordach erfüllte das Kriterium „Schatten“ und der Wasserhahn auf der Rückseite der Halle das Kriterium “ Wasser“. Beim „Duschen“ muss man ein bisschen aufpassen, nah an der Hauswand zu bleiben, damit einen die Kameras nicht unbedingt erfassen, die hier verteilt sind.


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1 Kommentare zu “Schmoren im eigenen Saft”

  1. Danke für die Berichte auch in heißen Zeiten . Zum Glück braucht man keine Tinte mehr, die würde verdampfen. Bei uns ist auch schön warm ist aber anders wenn man sich nach 60 km Rennrad ins halbwegs kühle Haus zurück ziehen kann. Wünsche euch kühle Köpfe, Friedhelm

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