Noch vor dem Frühstück fing Andreas an, die Platten zu beheben. Beide Reifen, die er gestern noch bearbeitet hat, waren wieder platt. Er musste nochmal ran, bevor er anfangen konnte, sich die Platten am Anhänger vorzunehmen.
Da Andreas erstmal eine ganze Weile beschäftigt sein würde, machte ich einen langen Spaziergang mit Casper. Nach dem Spaziergang verbrachte ich nochmal genau so lange, um das ganze Zeug aus Caspers Fell herauszukämmen, das er sich eingefangen hatte, als er sein Geschäft verrichtete.
Andreas unterbrach die Arbeiten an den Reifen für das Frühstück und machte hinterher weiter.

Die Leute von der Autobahnmeisterei erlaubten uns, die Toilette im Gebäude zu benutzen und auch, dass wir den Wasserkocher an einer Steckdose anschlossen. Das war schon sehr viel wert.

Andreas arbeitete ruhig und konzentriert an den Reifen, aber er war auch etwas niedergeschlagen. An einem der Schläuche musste er ganze sechs Löcher flicken!!


Um die Zugmaschine aufzubocken, benutzt er immer diese Stützen, die normalerweise für den Hänger gebraucht werden. Weil mit den Stützen die Reifen nicht weit genug in der Luft hängen, muss unser Buch meist auch noch herhalten.

Die Mittagspause verbrachten wir bei einer kleinen Kirche. Die hatte an der Seite nämlich auch noch eine Toilette. Und in dem Raum, in dem sich die Toilett befand, gab es auch eine Steckdose und Wasser vom Wasserhahn. So konnten wir Wasser für die Nudeln heiß machen und außerdem unseren Trinkwasservorrat wieder auffüllen.



Als wir nach der Mittagspause wieder starten wollten, sah Andreas, dass vorne links schon wieder ein Reifen platt war. Also hieß es erneut, Zugmaschine aufbocken, Mantel runter, nach Dornen absuchen und neuen Schlauch rein. Andreas fand tatsächlich an der Mantelinnenseite diverse spitze Stellen. Die hatte er wohl gestern übersehen.
Zum Glück blieb es bei dem einen Platten heute. Wir freuten uns über jeden Kilometer, den wir weiter kamen. Am Ende des Tages waren es dann 79 Kilometer. Gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die Reparaturen erst gegen Mittag beendet waren und wir nachmittags ja nochmal einen Platten hatten.
Einen Schlafplatz zu finden, gestaltete sich dann doch noch etwas schwierig. Wir hatten zuerst einen schönen Platz entdeckt, bei dem es sogar Steckdosen extra für E-bikes gab. Ich sprach eine Frau an, ob sie meinte, dass wir hier stehen könnten. Sie riet mir entschieden ab. Es gäbe Leute, die hier abends und nachts Drogen konsumierten und verkauften. Außerdem wäre die Gefahr groß, dass etwas gestohlen würde.
Sie empfahl mir den Platz gegenüber des Polizeigebäudes. Aber als wir dort mit verschiedenen Leuten sprachen, waren sie trotzdem ein bisschen sketptisch, ob morgen früh noch alles da sein würde.
Die Polizisten, die gerade zum Dienst kamen, überlegten auch, wo wir unser Fahrzeug sicher abstellen könnten. Es wurden sogar mehrere Telefonate geführt, um das abzuklären.
Am Ende wurde uns erlaubt, unser Fahrzeug auf dem eingezäunten Spielplatz direkt gegenüber der Polizei abzustellen. Morgen früh um 8 Uhr sollen wir wieder draußen sein, können aber natürlich noch außerhalb des Spielplatzes weiter stehen, um zu frühstücken etc.

Wir waren insbesondere dem jungen Mann, der eigentlich in Österreich arbeitet und dessen „Polizeiarbeit“ nur sein Hobby ist, sehr dankbar. Er hat sich mächtig für uns ins Zeug gelegt, damit wir für heute Nacht einen sicheren Platz haben und gut schlafen können.


Auch das Polizeigebäude direkt gegenüber zu wissen, finde ich extrem beruhigend.
Morgen geht es durch die Hauptstadt Budapest. Wenn alles klappt, werden wir die Stadt morgen Abend schon hinter uns gelassen haben und auf dem Weg Richtung Wien sein.
