Draußen minus 1 Grad Celsius – drinnen muckelig warm

Unsere zweite Testfahrt führte uns ins Nachbarland Frankreich – genauer gesagt ins beschauliche Städtchen Haguenau, ca. 35 Kilometer von zu Hause entfernt. Der Campingplatz hatte erst vor wenigen Tagen seinen Saisonstart und wir hofften, kurz vor Ostern trotzdem mit unserem Gefährt noch ein Plätzchen zum Übernachten zu ergattern.

Auf der Fahrt Richtung Grenze steuerte Andreas unser Gespann auf die Waage eines Kieswerks. Wir wollten ja unbedingt mal wissen, was das Teil auf die Waage bringt.

Das Gefährt wurde also auf der Waage abgestellt und es verschlug mir (was nicht oft passiert) fast die Sprache!

Auf der digitalen Anzeige stand „420 kg“!!! Während der Fahrt merkt man erstaunlich wenig davon, was wir da für ein Schwergewicht wir da bewegen. Nun sind wir gespannt auf die ersten Testfahrten mit Höhenmetern…

Auf dem Camping Municipal angekommen, empfing uns auf dem Platz eine gähnende Leere! Außer uns war ein einziger weiterer Camper mit seinen drei Hunden. Der Platzwart wies uns ein schönes, ebenes Fleckchen mit Stromanschluss in der Mitte des Campingplatzes zu.

Der „bezugsfertige“ Aufbau dauerte gerade mal 14 Minuten. Und das obwohl Andreas es alleine bewerkstelligen musste, weil ich den Aufbau filmte. In Zukunft werden wir das gemeinsam machen, wodurch sich die Aufbauzeit sicher nochmal um ein paar Minuten verkürzen lässt. Auch die Routine wird mit der Zeit den Aufbau vereinfachen. Aber auch mit diesem ersten Ergebnis waren wir schon sehr zufrieden!

In der Nacht sanken die Außentemperaturen auf minus 1 Grad Celsius ab. Das war für mich so eine Art Härtetest, den ich mit Bravour bestanden habe. Der Einzige, der diesmal etwas fror, war Andreas. Er bekam kalte Füße, wobei man erwähnen sollte, dass er nur unter zwei und ich unter vier Decken lag! Andreas durfte seine Füße unter meine vier Decken stecken bis sie fast dampften.

Blöd war nur, dass die Blase morgens immer mehr drückte und wir uns irgendwann doch in die Kälte raus wagen mussten, um zum Sanitär-Gebäude des Campingplatzes zu gelangen. Wir gingen nacheinander dort hin, damit der andere dafür sorgen konnte, dass es unter den Decken weiterhin warm blieb. Auch Casper funktionierte als Fußwärmer wunderbar.

Die Sonne ließ sich bald blicken. Andreas freute sich besonders jedes Mal, wenn er auf die Anzeigen der Laderegler schaute.

Während ich im angrenzenden Wäldchen mit Casper den Morgenspaziergang machte, ging Andreas zum Bäcker, um für das Frühstück zu sorgen. Als Casper und ich zurück auf dem Campingplatz waren, stand schon frisch aufgebrühter Kaffee, Rosinenschnecken, Baguette, Butter und Marmelade bereit. Herrlich! Das Frühstück genossen wir zwar draußen, aber in einer von drei Seiten geschlossenen Sitzecke, die über Steckdosen, Kühlschränke, Wasserkocher und Mikrowelle verfügte.

Mit dem Abbau des Wagens ließen wir uns Zeit und gegen 11 Uhr rollten wir bei strahlendem Sonnenschein wieder in Richtung Deutschland.

Diese zweite Testfahrt konnten wir als vollen Erfolg verbuchen. Die nächsten Tests müssen auf jeden Fall etwas bergiger werden. Davor muss Andreas aber noch eine Bremse am Wagen anbringen, welche ich dann von meinem Sozius-Platz aus (zunächst auf Anweisung, später eigenverantwortlich) zu bedienen habe.


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1 Kommentare zu “Draußen minus 1 Grad Celsius – drinnen muckelig warm”

  1. Habe mir mit Andrea gerade den neusten Teil angeschaut. Die Aufmerksamkeit ist euch bestimmt überall sicher. Bin mal gespannt auf die Bergerfahrungen. Auch die Planung der passenden Wege wird wohl etwas komplizierter, weil so ein „Roadtrain“ nicht durch alle Radwegsperrgitter passt. Freue mich auf den nächsten Bericht.
    Friedhelm

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