Unser Fahrradwohnwagen soll kein Flachdach, sondern ein hübsches gewölbtes Dach bekommen. Das fanden wir einfach schicker als so eine Schuhschachtel-Optik.
Andreas versuchte sich mit seiner Stichsäge an den Dachbögen. Als Karl-Heinz dieses Werk in Augenschein nahm, rang er um Fassung. Seiner Meinung nach waren die Bögen „krumm und bucklig“ (und das ist nett formuliert)! Er merkte an:“ Naja, wenn du meinst…. Dann füllst du die Dellen eben mit Silikon oder Ähnlichem auf.“
Sein Berufsethos ließ es aber doch nicht zu, Andreas diese unschönen Bögen verwenden zu lassen. Einige Tage später machte er sich in seiner eigenen Werkstatt an die Arbeit… Vorher ließ er sich von Andreas die Maße geben, wie breit und wie hoch die Bögen werden sollen. Er fertigte eine Schablone aus Sperrholz in seinem Holz-Laser.
Diese drückte er Andreas in die Hand mit den Worten: “ Schau mal, ob es passt“. Andreas klemmte sich die Schablone freudenstrahlend unter den Arm, ging in den Schopf an den Wohnwagen, aber kam gleich darauf mit reumütiger Miene wieder zurück. Er hatte sich um einen Centimeter vermessen!
Karl-Heinz‘ Arbeit an der Schablone war umsonst!!!…
Beim zweiten Anlauf mit den richtigen Maßen klappte aber alles.
Die fertigen Bögen konnte Andreas auf den Dachrahmen schrauben und verleimen. Das Dach am Wohnwagen wird übrigens abnehmbar sein. Spätestens wenn mal noch die Solarplatten auf dem Dach sind, kommen wir sonst nämlich wohl nicht mehr aus dem Schopf raus. Es wäre zu blöd, wenn die erste Reise mit dem Wohnwagen schon daran scheitert, dass das Dach an unserer Schopftür hängen bleibt!


Nicht nur am Wohnwagen wird gebastelt. Auch die Zugmaschine wird aufgerüstet. Eigentlich war der Plan, den Wohnwagen mit einem eigenen Motor auszustatten. Diesen Plan hat Andreas inzwischen über den Haufen geworfen.
Während seiner wochenlangen „Zwangspause“ konnte er sich viele Gedanken über unser großes Projekt machen und er entwickelte die Idee, statt des Wohnwagens das Zugfahrzeug mit stärkeren Motoren auszustatten. Er telefonierte lange mit Olli, der bei E-bike-Solutions arbeitet und an unserem „GRädl“ die elektrische Unterstützung anbrachte. Zum Abschluss des Gesprächs meinte Olli nur: „Das hatte ich dir doch schon von Anfang an so empfohlen!“ Olli hat das gleiche System an seinem Fahrrad-Wohnmobil eingebaut und damit gute Erfahrungen gemacht.

Es steht also fest, dass im Hause Schweizer so schnell keine Langeweile aufkommt. Wir werden zwar unsere Ziele verfolgen, aber haben durch die Erlebnisse in diesem Herbst gelernt, dass auch Ruhe und Pausen sehr wichtige Dinge sind!